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Erkelenz
Referenten - "keine Priester 2. Klasse"

Erkelenz: Referenten - "keine Priester 2. Klasse"
Irmgard Zielenbach (2.v.l.) wird übermorgen als neue Gemeindereferentin von Christkönig Erkelenz in ihr Amt eingeführt. Ihre neuen Kollegen Joachim Ritzka (v.l.), Monika Fernandes und Barbara Felder heißen sie willkommen. FOTO: Jürgen Laaser
Erkelenz. Gemeinde- und Pastoralreferenten sind aus katholischen Gemeinden nicht mehr wegzudenken: Die hauptamtlichen Laien im pastoralen Dienst leisten sehr vielfältige Arbeit. In der Pfarrei Christkönig Erkelenz gibt es davon gleich sieben. Von Mario Emonds

Seit diesem Monat arbeitet Irmgard Zielenbach als Gemeindereferentin in der Pfarrei Christkönig Erkelenz. Nach 32 "auswärtigen" Ausbildungs- und Dienstjahren, zuletzt als Gemeindereferentin in der GdG Heinsberg-Waldfeucht, ist es für sie zugleich eine Rückkehr zu ihren Wurzeln - Zielenbach ist im mittlerweile nicht mehr existierenden Ort Erkelenz-Pesch aufgewachsen. An ihrer neuen Wirkungsstätte hat Zielenbach viele direkte Kollegen - in Erkelenz arbeiten gleich sieben hauptamtliche Gemeinde- und Pastoralreferenten (die einst strikten Grenzen zwischen diesen beiden Laientheologen-Berufen sind mittlerweile fließend geworden).

Zielenbach gehört dabei zu den vier Referenten, die ganz eng in der Gemeinde selbst arbeiten. Sie selbst ist für die Senioren- und Altenheimseelsorge zuständig. Gemeindereferentin Barbara Felder ist für die Pastoral in den Kindergärten und für Frauen zuständig, Kollegin Ursula Rothkranz leitet die Erstkommunionkatechese und Notfallseelsorge. Und Pastoralreferent Boris Kassebeer begleitet die Menschen in den Umsiedlungsorten und hält Kontakt zu den Grundschulen.

Die drei weiteren Referenten arbeiten in speziellen Bereichen: Gemeindereferent Michael Kock ist Jugendseelsorger, Gemeindereferentin Monika Fernandes Krankenhausseelsorgerin, und Pastoralreferent Joachim Ritzka ist Schulseelsorger, kümmert sich dabei um das Cornelius-Burgh-Gymnasium und die Realschule. Eine halbe Stelle für die Schulseelsorge ist noch nicht besetzt - Einsatzgebiet wäre da die Hauptschule (das Cusanus-Gymnasium hat noch keinen Bedarf für einen Schulseelsorger gemeldet).

Die Arbeit von allen Referenten skizziert Irmgard Zielenbach so: "Wir wollen Menschen ermutigen, sich auf den Weg zu machen und das Christsein zu leben. Wir wollen gemeinsam Gott suchen und finden." Was auch Glaubenszweifel ausdrücklich zulässt: "Früher hieß es in solchen Fällen einfach nur: ,Du glaubst nicht genug'. Wir aber wollen den Menschen gerade auch bei Krisen und Zweifeln Hilfestellungen geben, mit ihnen in Kontakt kommen. Ich erlebe sehr viele lebhafte Diskussionen - und genau das liebe ich auch sehr", bekräftigt Monika Fernandes.

Barbara Felder, dienstälteste Erkelenzer Gemeindereferentin (seit 2004) und Mutter von fünf Kindern, macht eine Erfahrung immer wieder: "Frauen werden in einem Gespräch oft sehr persönlich, erzählen Dinge, die sie einem Mann niemals erzählen würden." Und dann sagt sie einen grundlegenden Satz: "Wir Referenten betrachten uns keineswegs als Priester zweiter Klasse."

"Wir arbeiten sehr selbstständig", pflichtet Zielenbach bei. Ganz wichtig sei dabei, dass Referenten eben nicht Angestellte einer Pfarrei seien, sondern Angestellte des Bistums. "Daraus ergibt sich eine gewissse Unabhängigkeit", erläutert Zielenbach. Einen weiteren strukturellen Vorteil nennt Joachim Ritzka: "Es ist ein Privileg von Referenten, nichts mit Verwaltungsarbeit zu tun zu haben, sondern sich auf die Seelsorge konzentrieren zu können. Das weiß ich sehr zu schätzen."

Sehr zu schätzen weiß auch Pastor Werner Rombach die Arbeit "seiner" Referenten: "Grundsätzlich können sie Menschen erreichen, die wir als Priester nicht erreichen. Und was speziell das Erkelenzer Team angeht: Alle Referenten arbeiten hervorragend."

Quelle: RP
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