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Erkelenz
Regierungspräsidentin ehrt Mathissen

Erkelenz: Regierungspräsidentin ehrt Mathissen
Der erste Erkelenzer Bürgermeister, den die SPD von 1999 bis 2004 stellte, Erwin Mathissen (2.v.l.), ist nun Ehrenmitglied seiner Partei. Regierungspräsidentin Gisela Walsken (r.) gratulierte ebenso wie seine Frau und die Erkelenzer SPD. FOTO: spe
Erkelenz. Die Erkelenzer SPD wählt den früheren Bürgermeister Erwin Mathissen zum Ehrenmitglied. Gisela Walsken übernahm die Ehrung. Die Regierungspräsidentin dankte in der Versammlung außerdem den Helfern in der Flüchtlingsarbeit. Von Andreas Speen

Erkelenz gehört nicht zu den großen Städten im Regierungsbezirk Köln. Dennoch ist sie wegen aller Fragen rund um den Tagebau Garzweiler II in der Arbeit von Regierungspräsidentin regelmäßig gegenwärtig. Dass Gisela Walsken die Stadt besucht, ist dennoch nicht an der Regel. Da bedarf es schon eines besonderen Anlasses. Und der war am Donnerstag gegeben. Die SPD-Politikerin war gekommen, um Erwin Mathissen zu ehren.

Mathissen, der erste Bürgermeister der Sozialdemokraten in Erkelenz (1999 bis 2004), war vom Erkelenzer Parteivorstand zum Ehrenmitglied vorgeschlagen worden. Ihn wählte die Mitgliederversammlung dann auch mit sehr große Mehrheit, so dass Regierungspräsidentin Gisela Walsken ihm nach allen Formalitäten gratulieren konnte.

Wer Walsken und Mathissen ein wenig kennt, weiß, dass von beiden politische Botschaften und Kritiken, Anregungen und Impulse erwartet werden können. Die Erkelenzer Sozialdemokraten hatten deshalb das "rote Sofa" des Bundestagsabgeordneten Norbert Spinrath ausgeliehen, mit dem er seine Wahlkampftouren bestreitet und worauf er zu Diskussionen einlädt. Diesmal saßen nun die Regierungspräsidentin und der ehemalige Bürgermeister und spätere Umsiedlungsbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen auf dem Sofa.

Walsken hatte zuvor schon den Entwurf zur Tagebau-Leitenscheidung aufgegriffen, welchen das Landeskabinett am Dienstag veröffentlicht hatte. Sie hatte dafür geworben, dass Bürger und Lokalpolitiker sich in die anstehende Diskussion um den Entwurf intensiv einbringen. Sie erwarte am nächsten Dienstag, 29. September, 18 Uhr, viele Menschen in der Erkelenzer Stadthalle, wo der Entwurf erstmals öffentlich vorgestellt werden soll. Sie warb außerdem dafür, "den präventiven Strukturwandel", zu dem sich die Landesregierung ausdrücklich bekenne, "noch intensiver als bisher zu bearbeiten". Erwin Mathissen wiederum gab der Landespolitikerin eine Sorge und eine Aufgabe mit auf den Weg zurück nach Köln: "Nicht jeder in Holzweiler freut sich, dass er nicht umsiedeln muss." Viele hätten 30 Jahre auf gepackten Koffern gesessen und in dem Glauben, diese würden irgendwann abgerissen, nicht mehr in ihre Häuser oder Betriebe investiert. "Das müssen sie nun aber teuer tun. Wer hilft denen jetzt? Darüber habe ich noch nichts gehört."

Ein Thema, das Walsken aktuell sehr beschäftigt, ist der Flüchtlingszustrom. Sie nutzte die SPD-Versammlung, um in einem kurzen Bericht über Aktuelles aus dem Regierungsbezirk Köln allen "ehrenamtlichen Helfen herzlich zu danken" sowie ebenfalls den Kommunen, "die uns helfen, Landesverantwortung zu übernehmen". Erkelenz zum Beispiel, indem derzeit 169 Menschen in Lövenich in zwei Notunterkünften untergebracht würden. Solche Hilfe scheint Walsken zufolge weiter notwendig zu sein: "Zurzeit sind bei uns 500 bis 900 Plätze pro Tag neu zu schaffen." NRW beherberge derzeit knapp 150.000 Flüchtlinge und rechne bis zum Jahresende mit bis zu 175.000. Sie plädierte in diesem Zusammenhang dafür, "registrierte Flüchtlinge aus Syrien in jenen Städten zu belassen, wo sie bereits in der Erstaufnahme waren, um sie frühestmöglich integrieren zu können".

Quelle: RP
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