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Erkelenz
Reise ins neue Gambia mit Kartons aus Erkelenz

Erkelenz: Reise ins neue Gambia mit Kartons aus Erkelenz
Reinhard Welters mit einer Lehrerin der Sena Nursery School. FOTO: VEREIN
Erkelenz. Hilfsplattform "HS - ein Kreis hilft" tagt am Mittwoch in der Kreissparkasse. "Sena Foundation for Gambia" stellt sich vor. Von Cornelia Birth

Wenn Reinhard Welters am Mittwoch, 6. Dezember, in der öffentlichen Versammlung von "HS - ein Kreis hilft" den Erkelenzer Verein "Sena Foundation for Gambia" vorstellt, dann ist er mit seinen Gedanken schon im nächsten Jahr. Denn dann soll es auch für den stellvertretenden Vereinsvorsitzenden nach fünf Jahren wieder mit der Reise ins westafrikanische Land am Gambiafluss klappen. Endlich!

2013 weihten Freunde und Förderer des Vereins die neue Krankenstation im Dorf Niumi Lamin ein. Inzwischen war die Reise für alle schon längst wieder geplant - und musste Anfang des Jahres doch verschoben werden. Wieder einmal, denn nachdem die Ebola-Epidemie 2014 bis Anfang 2016 in Westafrika grassierte, drohte im Januar neues Ungemach. Der 2016 abgewählte despotische Präsident Yahya Jammeh, auf dessen Abdankung die Menschen nach 22 Jahren sehnlichst warteten, weigerte sich, die Wahl anzuerkennen. Unruhen drohten. Sein Nachfolger Adama Barrow floh in den Senegal und wurde dort Mitte Januar als neues Staatsoberhaupt Gambias vereidigt. Senegalesische Truppen, unterstützt durch westafrikanische Staatengemeinschaft ECOWAS, marschierten in Gambia ein, und Jammeh, der in seiner Amtszeit Oppositionelle foltern und spurlos verschwinden ließ, setzte sich nach Äquatorialguinea ab. Er hinterließ im Grunde ein bankrottes Land, das vor dem Neuanfang steht. Kurz nach dem Machtwechsel wagte vom Vorstand nur Vorsitzende Natascha Janssen die Reise nach Gambia und schaffte trotz Widrigkeiten ihr straffes Arbeitspensum. Mittlerweile hat sich die Situation im kleinsten Land des afrikanischen Festlandes stabilisiert, so dass nun einer Reise im Februar nichts mehr entgegensteht.

Zunächst nimmt aber Reinhard Welters die Versammlung in der Kreissparkasse mit auf eine beeindruckende Bilderreise nach Gambia. Seit 2001 ist der Verein im besonders schwach entwickelten Nordteil des Landes aktiv - im Dorf von Ansu, dem Zimmerjungen von 1997. Damals, als alles mit dem Urlaub von Tilly und Dr. Bernhard Janssen in Gambia und ihrer Begeisterung für das kleine, von Armut geprägte Land und seine lebensfrohen Menschen begann. 2009 traf der Tod von Vereinsgründer Bernhard Janssen, Chirurg am Krankenhaus Erkelenz, die Weggefährten hart. Aber sie resignierten nicht, sondern setzten seine Arbeit unter Vorsitz von Tochter Natascha erfolgreich fort. Bildung und Gesundheit waren die Eckpfeiler der Hilfe zu Selbsthilfe - und das seit 16 Jahren. Ohne Spenden geht es nicht, es stünden weder Vorschule, Lagerhalle noch Krankenstation. So kostet zum Beispiel der Betrieb von Vorschule und Krankenstation jährlich 10.000 Euro. Erfreuliche Bilanz 2017: fließend Wasser für die Krankenstation, auch die Vorschule hat eine Photovoltaik-Anlage, obwohl die Firma kurz vor Natascha Janssens Abflug absagte. Mit den schnell von Architekt Ernst Storms gemailten Bauplänen übernahm eine Firma in Gambia die Installation. Medikamente für die Krankenstation müssen beim Hilfswerk Action Medeor Tönisvorst geordert werden, Schulmaterialen der aufgelösten Pestalozzischule in Erkelenz sind auf dem Weg nach Gambia und sollen mit den Lehrern in Niumi Lamin ausgepackt werden, wenn die Reisegruppe aus dem Erkelenzer Land eintrifft. Reinhard Welters wird dabeisein.

Quelle: RP
 
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