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Erkelenz
Spezialitäten vom Bauern nebenan

Rübenernte 2015 in Erkelenz: Spezialitäten vom Bauern nebenan
Walter Claßen aus Erkelenz-Matzerath vertreibt die Brotaufstriche aus Zuckerrüben selbst. FOTO: Renate Resch-Rüffer
Erkelenz. Bald ist wieder Erntezeit für die Rüben. Jedes Jahr im Oktober fährt Bauer Claßen über die Felder, um die Früchte für sein beliebtes Rheinisches Rübenkraut zu roden. Von Renate Resch-Rüffer

Im Angebot hat er neben dem reinen Zuckerrübenkraut auch das Rübe-Apfelkraut. Dieses neuere Produkt, das er anbietet, ist ein Gemisch aus 80 Prozent Rübenkraut und 20 Prozent Apfelkraut. Durch die Mischung bekommt es einen feinen fruchtigen Geschmack und ist weniger herb. Für die Herstellung werden die Zuckerrüben zunächst gewaschen und in Stücke geschnitten. Die zerkleinerten Rübenstücke werden dann gekocht. "Unser Rübenkraut wird acht Stunden aufgekocht, damit sich die Saccharose zum Teil in Glucose und Fructose umwandelt. Dadurch wird verhindert, dass sich Kristallzucker im Rübenkraut absetzt." Bei einem kürzeren Kochprozess würde der Zucker kristallisieren und sich unten absetzen. "Und das will ja keiner haben", erklärt Claßen. Nach diesem Kochprozess werden die Rüben ausgepresst. Der dadurch entstandene Dünnsaft der Rübe wird gefiltert und bis zu einem Trockensubstanzgehalt von 78 Prozent gekocht, woraus sich der dickflüssige, streichfähige Zuckerrübensirup ergibt, den wir als Brotaufstrich schätzen.

"Das Schöne an unseren Produkten ist, dass sie ohne Zusätze oder chemische Bearbeitung auskommen." Vertrieben werden die Zuckerrüben-Aufstriche von Bauer Claßen selbst, im unmittelbaren Umkreis. In Privatbetrieben und Supermärkten, also auch der Hofladen um die Ecke sind seine Produkte zu finden. Auch auf Bauernmärkten, wie jüngst dem Bauernmarkt auf Haus Hohenbusch, bietet er die Gläser mit Rheinischem Rübenkraut an und freut sich, über die rege Abnahme der Besucher.

Einen großen Abnehmer findet Claßen auch in hiesigen Bäckereien, die einen Bedarf an Rübenkraut für das Backen des Rheinischen Schwarzbrotes haben.

"Meine Frau backt jede Woche Schwarzbrot mit Zuckerrübenkraut für den familiären Gebrauch", erzählt der Bauer. "Teilweise wandelt sie das Rezept dann noch ab."

Auf seiner Internetseite hat Claßen eine Reihe von Rezepten im Angebot, die zeigen, wie vielseitig seine Rübenkraut-Variationen verwendet werden können. Jedes der Rezepte kann man beliebig variieren, um zusätzlich Abwechslung zu bekommen. Besonders bei den Lieblingsrezepten, die man gerne und oft backt, bietet sich das an. Die belgischen Kekse lassen sich beispielsweise gut mit Rübe-Apfelkraut backen, für einen etwas fruchtigeren Geschmack.

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Die Idee für die Rübenkrautprodukte entstand im Jahre 1989. Damals wurden mehr Rüben geerntet, als in den Handel gegeben werden konnten. So suchte er mit seiner Frau nach weiteren Verwendungsmöglichkeiten. Das war der Beginn dieser Produktreihe.

Inzwischen hat Walter Claßen einen festen Kundenstamm, den er wöchentlich beliefert und eine eingespielte Direktvermarktung seiner Produkte. Da bleibt dann schon mal Zeit, um mit einem seiner sechs Enkelkinder eine Runde auf dem Trecker zu fahren oder ihnen zu zeigen, wie man die Rüben erntet.

Quelle: RP
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