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Erkelenz
RWE bereitet Umsiedlungsfläche vor

Erkelenz: RWE bereitet Umsiedlungsfläche vor
Erik Schöddert und Guido Steffen (r.) von RWE Power an der B 57 zwischen Erkelenz und Rath-Anhoven. Dort entstehen soll einmal die Hauptzufahrtsstraße zum neuen Umsiedlungsort. Die Erschließung der Fläche übernimmt das Unternehmen und ist laut Steffen "im Revier stets bemüht, wo möglich, regionale Firmen zu beschäftigen". FOTO: Jürgen Laaser
Exklusiv | Erkelenz. Reihenweise Erdhügel zwischen Erkelenz und Rath-Anhoven zeigen an, wo einmal die Menschen aus Keyenberg und den vier Nachbarorten ihre neue Heimat finden sollen. Unter anderem Archäologen untersuchen derzeit das Gebiet. Von Andreas Speen

Ein ungefährer Eindruck kann von der Bundesstraße 57 aus gewonnen werden, wo in etwa zwei Jahren der nächste tagebaubedingte Erkelenzer Umsiedlungsort entstehen soll und wie die Hauptzufahrtsstraße dorthin verlaufen wird. Nach und nach untersuchen momentan Archäologen und der Kampfmittelräumdienst das bisherige Ackerland. Begonnen haben sie mit der geplanten Zufahrt von der Bundesstraße zwischen Erkelenz und Rath-Anhoven. Im Herbst sollen sie fertig sein.

Größte Menschenkette gegen Tagebau im Rheinland FOTO: Jürgen Laaser

"An den Erdhügeln sind ungefähr schon die Zufahrtsstraße und der geplante westliche Ortsrand zu erkennen", zeigt Erik Schöddert von RWE Power bei einem Ortstermin. Das Bild wird sich in den nächsten Wochen und Monaten vervollständigen: "Archäologen und Kampfmittelräumdienst gehen dabei zunächst in etwa den Straßenverläufen nach, die für die Erschließung zuerst in Anspruch genommen werden sollen." Starten solle diese 2016, wobei RWE Power bei diesen Arbeiten auf den 1. Dezember des Jahres hinarbeite, sagt Schöddert: "Dann soll die Umsiedlung beginnen." Ab diesem Tag sollen erste baureife Grundstücke zur Verfügung stehen.

Bis es so weit ist, müssen 2015 jedoch noch einige Entscheidungen in der Politik fallen. Der Abteilungsleiter für Liegenschaften und Umsiedlungen bei RWE Power erklärt: "Am 22. Juni tagt der Braunkohlenausschuss der Bezirksregierung. Dort soll der Aufstellungsbeschluss für die fünf Umsiedlungsorte gefasst werden. Drei bis fünf Monate später können wir erfahrungsgemäß vom Land die Genehmigung erwarten.

Menschenkette gegen Braunkohletagebau in Garzweiler FOTO: dpa, obe cul

Und ebenfalls zum Jahreswechsel sollte der Erkelenzer Stadtrat den Bebauungsplan beschließen - unmittelbar danach würden wir die Aufträge für die Erschließung vergeben." Anders als in Immerath (neu) und Borschemich (neu) wird RWE die Erschließung übernehmen und nicht die Stadt Erkelenz. "Die Ausschreibungen für Straßen, Kanäle, Grün, Telefon, Wasser und Strom erfolgen über uns", erläutert Schöddert, "das aber alles in enger Absprache mit der Stadt, mit der wir am Ende die neuen gegen die alten Straßen tauschen werden."

Zu den Erschließungsarbeiten gehört unter den Straßen zum Beispiel eine Trennkanalisation, "zu der ein modernstes Regenwassermanagement gehört, weil in dem Teich im Zentrum der Ortsfläche geplant ist, dass darin ständig Wasser stehen soll". Glasfaseranschlüsse sollen für schnelles Internet sorgen.

Jahresrückblick: Die NRW-Schlagzeilen 2015 in Bildern FOTO: dpa, ve fux

Auch das Grün im Ort gehört zu den Erschließungsarbeiten vonseiten RWE, erklärt Erik Schöddert: "Die Eingrünung des Ortsrandes soll sehr früh erfolgen. Die inneren Grünzüge sollen in den ersten ein, zwei Jahren der privaten Bautätigkeit entstehen. Dort, wo es früher möglich ist, und wenn der Wunsch danach besteht, ließe sich aber auch darüber reden." Die Plätze im Ort sollen final erst etwas später erschlossen werden: "Um nichts falsch anzuordnen, ist es besser, wenn das bauliche Umfeld bereits konkret geplant ist."

Grob rechnet RWE mit einem Jahr für die Erschließung der 60 Hektar. "Zurzeit laufen die Gespräche, wie der Baustellenverkehr geleitet wird - vermutlich über die B 57", sagt Erik Schöddert.

Quelle: RP
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