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Erkelenz
Sascha Lobo - "Den digitalen Fortschritt mitgestalten"

Sascha Lobo - "Den digitalen Fortschritt mitgestalten"
Sascha Lobo riet Kreis Heinsberger Unternehmern, die in den Räumen der Volksbank Erkelenz waren, die Internetauftritte ihrer Firmen zu überdenken, denn: "Mobil ist das neue Normal." FOTO: Laaser
Erkelenz. Sascha Lobo, Journalist und Internetexperte, überbrachte Unternehmern im Kreis Heinsberg eine Aufgabe, "die schöne Pflicht", den digitalen Fortschritt mitzugestalten. Er startete den "finden und binden" genannten Arbeitgeberdialog 2016. Von Andreas Speen

Er sei nicht der Mann für Vorhersagen, sagt Sascha Lobo über sich. Gleichwohl ist der gefragte Internetexperte jemand, der aus Vergangenheit und Gegenwart kenntnisreich abzuleiten weiß, wie die digitale Zukunft einmal aussehen könnte. Das hat der 40-Jährige in Erkelenz unter Beweise gestellt, wo er den diesjährigen Arbeitgeberdialog der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) für den Kreis Heinsberg, in Kooperation mit den regionalen Volks- und Raiffeisenbanken, eröffnete.

"Die Digitalisierung ist immer einen Schritt weiter als man selbst", rief Sascha Lobo die Erinnerungen der Zuhörer an die eigene Ausbildungszeit, die Einführung der Lochkarte, die ersten elektronischen Schreibmaschinen wie auch das Aufkommen der PC wach. Er stellte anhand von Statistiken jedoch fest, dass die seit 1900 die Welt verändernden Technologien in inzwischen immer kürzeren Abständen auf den Markt kommen. Darauf gelte es zu reagieren. Neuerungen und Trends gelte es, nicht zu verschlafen. Von falschen Subventionen der deutschen Politik in den falschen Momenten sprach Sascha Lobo beispielsweise beim Ausbau des schnellen Internetnetzes. Glasfaser sei hierzulande Anfang des vergangenen Jahres unter einem Prozent verbreitet gewesen, während Litauen und Schweden mit einer größer als 30-prozentigen Verbreitung in Europa an der Spitze gelegen hätten. Das "ist eine Katastrophe" in einem Infrastrukturland, das daraus seinen Reichtum ziehe. "Ganz stolz" könne der Kreis Heinsberg sein, erklärte Lobo auf Nachfrage, weil hier inzwischen rund ein Fünftel der Haushalte an das Glasfasernetz angeschlossen sei. Daraus lasse sich ein Standortvorteil ableiten: "Menschen ziehen oft nicht mehr in Regionen ohne schnelles Internet." Ulrich Schirowski, Geschäftsführer der WFG, kündigte den Zuhörern, allesamt Unternehmer aus dem Kreis Heinsberg, an: "In den Gewerbegebieten hängen wir mit dem Glasfasernetz oft noch hinterher. In den vergangenen Wochen hat es aber Verhandlungen mit der Deutschen Glasfaser gegeben, wir befinden uns auf einem guten Weg."

"Die digitale Arbeitswelt der Zukunft - wie das Netz die Gesellschaft verändert" hatte der aus Berlin stammende Internetexperte seinen Vortrag überschrieben. Beispielsweise riet er den Personalabteilungen in den Unternehmen, sich über Bewerber stärker auf Facebook zu informieren. Die dort zu erhaltenden Informationen, das hätten Studien ergeben, seien wertvoller als die teurer Assessmenttests. Unternehmer, die junge Mitarbeiter gewinnen oder Produkte darstellen wollten, sagte Sascha Lobo, sollten ihren eigenen Internetauftritt überprüfen. Auf den Punkt gebracht hieß das: "Mobil ist das neue Normal." Die meisten Internetseiten seien immer noch für PC optimiert. Dabei hätte eine Studie aus Großbritannien ergeben, dass der Smartphone-Nutzer dieses Gerät täglich 221 Mal aus der Tasche ziehe: "Darauf müssen sich die Unternehmen einstellen." Und sie müssten damit rechnen, dass Software künftig bis in Unternehmensentscheidungen und das Menschenleben hineinwirkten. In den USA sei kürzlich die erste digitale Tablette zugelassen worden, die über die regelmäßige Einnahme der Medizin wache.

Sicher ist für Lobo, dass die digitale und reale Welt erst noch so richtig aufeinanderprallen und verschmelzen werden: Welche Regeln sich dabei durchsetzten, werde sich zeigen.

Quelle: RP
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