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Erkelenzer Land
Schülerlotsen dringend gesucht

Erkelenzer Land: Schülerlotsen dringend gesucht
Die Schüler der Franziskus- und Astrid-Lindgren-Schule kommen auch über die stark befahrene Roermonder Straße zum Unterricht. Vor allem in diesem Bereich ist der Schülerlotsendienst sehr wichtig. FOTO: JÜRGEN LAASER (ARCHIV)
Erkelenzer Land. Die Grundschulen suchen sie händeringend - Schülerlotsen. Sie sind an viel befahrenen Punkten unterwegs für die Sicherheit der Schüler. Das Problem ist, dass es zu wenige Freiwillige gibt, die diesen Dienst leisten. Von Unserer Redaktion

In Wassenberg werden händeringend Schülerlotsen gesucht. "In den neun Jahren meiner Tätigkeit in Myhl ist es uns nicht gelungen, Menschen für diese Aufgabe zu gewinnen", sagt die bisherige Schulleiterin Katrin Meyersieck, die mit Beginn des neuen Schuljahres an ihren Wohnort nach Erkelenz (an die Astrid-Lindgren-Schule) wechselt. In verschiedenen Elternversammlungen sei das Thema mehrfach zur Sprache gekommen. "Ich habe gebeten, sich im Familienkreis, vor allem unter den Großeltern nach Leuten umzusehen, die den Lotsendienst übernehmen wollen." Ohne Erfolg. "Da in vielen Familien heute beide Elternteile berufstätig sind, ist es fast unmöglich geworden, Eltern zu gewinnen", sagt Katrin Meyersieck weiter. Aber auch Rentner(innen) meldeten sich nicht. Immerhin gelang es auf Initiative der Schule, den Schulweg baulich sicherer zu machen: durch eine Straßenverengung mit Fußgängerübergang an der Einmündung der Schulstraße in die viel befahrene Erkelenzer Straße. Auch wurden für Eltern, die ihre Kinder unbedingt mit dem Auto zur Schule bringen wollen, spezielle Haltebereiche - markiert mit von den Schulkindern gestalteten "Kiss & Go"-Zeichen - geschaffen, um den Verkehr zu Schulbeginn und Schulschluss zu kanalisieren. Aktuell seien die Eltern zudem besorgt über die Pläne der Stadt Wassenberg, auf einem Teil der Parkplatzbereiche an der Grundschule das neue Myhler Feuerwehrgerätehaus zu errichten.

In Wegberg hatte Bürgermeister Michael Stock eine Wette mit den Schülern der Edith-Stein-Realschule abgeschlossen. Der Verwaltungschef war davon überzeugt, dass sich nicht mehr als drei Schülerinnen und Schüler für den morgendlichen Lotsendienst melden würden. Er lag falsch. Denn am Ende waren es sogar elf zusätzliche Schülerlotsen, die ab morgen für mehr Sicherheit auf den Schulwegen rund um das Wegberger Schul- und Sportzentrum sorgen. Bürgermeister Stock wird seinen Wetteinsatz, als Lotse die Schüler zu unterstützen, von morgen an bis Freitag, 1. September, an drei Tagen ab jeweils 7.35 Uhr vor der Edith-Stein-Realschule einlösen. Johannes Kiwitt, Vorsitzender der Kreisverkehrswacht Heinsberg, ist dann ebenfalls vor Ort.

Der Schülerlotsendienst der Erkelenzer Franziskus-Schule ist täglich von 7.45 bis 8.15 Uhr aktiv. Vor allem die Bereiche am alten Schwimmbad am Zehnhofweg und an der stark befahrenen Roermonder Straße werden für die kleinen Grundschüler gesichert, damit sie sicher in die Schule kommen. Aber, und das macht Silke Esser, Konrektorin an der Franziskus-Schule, deutlich, werden dringend weitere Schülerlotsen gesucht, die diesen Dienst übernehmen wollen. "Nicht nur Eltern, auch Großeltern sind willkommen, mitzumachen. Sie werden mit Material ausgestattet und erhalten eine Einweisung durch die Polizei."

Wie die Konrektorin weiter erklärt, werden auch so genannte Springer gesucht, die sich für den Schülerlotsendienst zur Verfügung stellen. Diese Springer brauchen dann nicht täglich eingesetzt zu werden. Silke Esser: "Wenn wir nicht genügend Schülerlotsen im Dienst haben, müssen wir auf Stationen verzichten. Dabei zeigt sich seit mehr als 50 Jahren, dass sich da, wo Schülerlotsen aktiv sind, keine schlimmen Unfälle mehr ereignet haben."

Die Grundschule Hilfarth hatte 2014 den "Walking Bus" präsentiert: Zwei Freiwillige holten schon früh um 7.30 Uhr Kinder an bestimmten Haltepunkten ab und begleiteten zu Fuß sicher deren Schulweg. Dieses Angebot musste eingestellt werden, weil sich keine Eltern mehr dafür fanden. Schülerlotsen gibt es hingegen ausreichend, um täglich zu zweit die gefährlichen Übergänge an Goethe- und Breitestraße zu sichern. Schulleiterin Sabine von Livonius würde den "Walking Bus" gern wiederbeleben. Und: "Wir brauchen mehr Eltern, die im Krankheitsfall einspringen. Wenn die dunkle Jahreszeit kommt, ist diese Aufgabe sehr wichtig."

Quelle: RP
 
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