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Erkelenz
Schulbusbegleiter: Werbung geht weiter

Erkelenz: Schulbusbegleiter: Werbung geht weiter
Michael Kutz (l.) und Johannes Kiwitt (3.v.l.) sprechen mit den Schülern am Zentralen Omnibusbahnhof. Gesucht werden nach wie vor Schulbusbegleiter. FOTO: JÜRGEN LAASER
Erkelenz. Der Erkelenzer Kinderschutzbund bleibt aktiv: Das Ziel lautet immer noch, am Zentralen Omnibusbahnhof Schulbusbegleiter einzusetzen. Zwei Schüler haben immerhin schon mal Interesse bekundet. Von Anke Backhaus

Ein ganz gewöhnlicher Schultag geht zu Ende. Gegen 15.15 Uhr "knubbelt" es sich daher im Bereich Krefelder Straße/Schulring/Zehnthofweg. Genau das ist der neuralgische Punkt, der gemeinhin auch Zentraler Omnibusbahnhof, kurz ZOB, genannt wird. Dieses Mal steht die Szenerie wieder unter besonderer Beobachtung - dafür hat der Kinderschutzbund Erkelenz gesorgt. Vorsitzender Michael Kutz und seine Mitstreiterinnen Annegret Steingießer und Swantje Day sowie Johannes Kiwitt von der Kreisverkehrswacht Heinsberg sind die aufmerksamen Beobachter.

Und das nicht ohne Grund, denn das Thema ist im Prinzip schon jahrzehntealt. Das Areal des ZOB ist klein, eigentlich viel zu klein für die Masse an Schülern, die dort jeden Morgen ankommt und nachmittags dann wieder nach Hause möchte. Noch immer hält der Kinderschutzbund als federführende Stelle an dem Wunsch fest, am ZOB Schulbusbegleiter einzusetzen, um dem Chaos Herr zu werden. Bloß: Die Lust der Schüler, diesen Job zu übernehmen, hält sich in überschaubare Grenzen. Vor etwa einem Vierteljahr startete der Erkelenzer Kinderschutzbund eine Flyeraktion, um für die Sache an den weiterführenden Schulen zu werben. Ergebnis: Nicht ein Schüler hatte sich damals gemeldet, um sich als Schulbusbegleiter ausbilden zu lassen.

Die Sommerferien in Nordrhein-Westfalen sind nun vorbei, und Michael Kutz kann immerhin schon mal ganz vorsichtig aufatmen: "Zwei Schüler, einer aus der neunten Klasse, der andere aus der Oberstufe, haben Interesse bekundet. Das ist schon mal positiv, reicht aber noch nicht aus, um die Ausbildung zu beginnen." Mindestens zehn Schüler seien nötig, um das Projekt durchzuziehen. Wer die Lage am ZOB beobachtet, dem wird schnell klar, dass eine solche Zahl tatsächlich realistisch ist. Als ein Bus auf den ZOB einbiegt, entfährt es Annegret Steingießer nämlich: "Achtung, jetzt geht das los, jetzt drängeln sie wieder." Die SB 1 mit Ziel Geilenkirchen, Bahnhof, fährt zwar vorsichtig vor, doch es kommt wie angekündigt. Kaum hat der Busfahrer die Türen geöffnet, wird um die besten Plätze im Bus gedrängelt. Hier soll eigentlich der Schulbusbegleiter für mehr Ordnung und damit für Sicherheit sorgen.

Johannes Kiwitt spricht zwei ältere Schüler an. Der Polizist im Ruhestand sieht mit geschultem Blick, dass sie sich für den Job eignen würden. "Ja, hier ist es oft ganz schön voll", pflichten sie Kiwitt bei, sind aber auch sichtlich überrumpelt von Kiwitts Idee, die Ausbildung zum Schulbusbegleiter zu absolvieren. Warum das so ist, erklärt Jürgen Trautwein, Lehrer am Cornelius-Burgh-Gymnasium: "Ich habe mal meine Schüler wegen des ZOB befragt. Die Fünft- und Sechstklässler empfinden die Lage als sehr unangenehm, gar gefährlich. Dann habe ich mal in einer neunten Klasse darum geworben, sich als Begleiter ausbilden zu lassen. Doch spätestens da ist das Alter erreicht, in dem die Schüler auf einmal im ZOB kein Problem mehr sehen."

Es bleibt also ein schwer lösbares Problem. Der Kinderschutzbund bleibt trotzdem am Ball, denn am 19. September kommt der vom Kinderschutzbund initiierte Runde Tisch im Cusanus-Gymnasium zusammen, um weiter nach Lösungen zu suchen.

Quelle: RP
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