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Erkelenz
Sensibel sein mit Facebook und Co.

Erkelenz. Elf Kinder im Alter zwischen acht und zwölf Jahren machten mit beim Medienparcours in der Stadtbücherei. Von Anke Backhaus

Sophie gibt eine Menge von sich preis. Nicht nur, dass ihr Name bekannt ist, zu erfahren ist auch, wann ihr Geburtstag ist, welche Schule sie besucht, welche Interessen sie hat. All' das ist großzügig in einem sozialen Netzwerk zu lesen. Wie gut, dass Sophie ein fiktiver Charakter ist. Warum das gut ist, erfuhren nun elf Kinder im Alter zwischen acht und zwölf Jahren - sie nahmen am Medienparcours in der Erkelenzer Stadtbücherei teil. Die Veranstaltung, die im Rahmen der Herbstferienspiele stattfand, sollte die Kinder sensibel machen im Umgang mit Medien.

"Wir bieten dieses Projekt ja bereits an den weiterführenden Schulen an. Dabei bilden wir an zwei Tagen die Schüler der achten und neunten Klassen zu Medienscouts aus. Diese Schüler wiederum kümmern sich dann um die Fünft- und Sechstklässler", erläutert Stadtjugendpfleger Markus Wilmer. Das Projekt läuft an den Schulen so gut, dass Karin Rademacher für die Stadtbücherei viel Potenzial sah, auch ihre jungen Leser fit zu machen in Sachen Facebook und Co. Mit an Bord beim Medienparcours war schließlich auch Alexandra Grates, sie kümmert sich in der Kreispolizeibehörde Heinsberg um Kriminalprävention und Opferschutz.

Markus Wilmer sagte: "Zunächst stellt sich die Frage, wie zu Hause der Medienkonsum geregelt ist." Heißt im Klartext: Besitzen die Kinder Smartphone und/oder Tablet, Laptop und mehr? Und was muss ein Smartphone überhaupt können? "Man muss damit natürlich telefonieren können, aber sollte auch eine gute Kamera haben, eine Taschenlampe, Musik und Spiele", erklärten die Kinder so gut wie übereinstimmend. Für die Älteren spielten bereits organisatorische Dinge wie ein Kalender eine Rolle.

Keines der Kinder verfügt über ein Facebook-Profil. Alle wussten aber, was man mit Facebook machen kann. "Wenn Ihr alles öffentlich teilt, dann ist das so, als würdet Ihr auf dem Dach des Alten Rathauses sitzen und laut rufen: Seht her, das bin ich", machte Karin Rademacher die Kinder auf klassische Fallen aufmerksam. Markus Wilmer ergänzte: "Veröffentlicht so wenig wie möglich, was jeder sehen kann."

Ein Thema war indes auch, warum man den Begriff "Freunde" bei Facebook viel kritischer betrachten sollte als im realen Leben. Kontrovers diskutiert wurde auch, ob es ratsam ist, das eigene Foto hochzuladen oder ob es mehr Sinn macht, vielleicht besser ein Foto des Haustieres zu posten.

Dass Facebook und Co. heutzutage gängige Medien sind, sollte im Medienparcours keineswegs kleingeredet werden. Alexandra Grates: "Das Netz soll den Kindern schließlich keine Angst machen. Sie sollten allerdings lernen, was es heißt, sensibel mit dem Internet umzugehen."

Quelle: RP
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