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Erkelenz
Sexuelle Nötigung im Freibad - Ermittlung gegen 17-Jährigen

Erkelenz. Zu einer sexuellen Nötigung soll es am Dienstagnachmittag im Erkelenzer Freibad gekommen sein. Wie die Polizei gestern berichtete, ist gegen einen 17-Jährigen ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden.

In einem Sprudelbad hatten mehrere Kinder gesessen, als sich ein Jugendlicher zu ihnen gesellte. Eine Zeit lang hielten sich alle gemeinsam in dem Becken auf, schilderte Polizeisprecher Karl-Heinz Frenken und berichtete, was Dienstag dann gegen 17.20 Uhr passierte: "Nachdem ein 13-jähriges Mädchen den Pool verlassen hatte, folgte ihr der Jugendliche, hielt sie an den Armen fest und drückte sie gegen seinen Körper. Weiterhin versuchte er, ihre Hand in seine Badehose zu führen. Das Mädchen konnte sich losreißen und den Bademeister informieren." Dieser habe sofort die Polizei gerufen, die den Verdächtigen noch im Freibad habe festnehmen können. Zum Ermittlungsstand sagte Frenken gestern: "Gegen den 17-jährigen jugendlichen Zuwanderer wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet."

Vor einem guten Monat hatte das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD) landesweite Zahlen zu Sexualdelikten in Badeanstalten mitgeteilt. In ganz NRW hat die Polizei demnach seit Jahresanfang 103 Strafanzeigen wegen Sexualdelikten in Badeanstalten aufgenommen. Bei 44 davon waren die Beschuldigten Zuwanderer. "Im Kreis Heinsberg haben wir im Allgemeinen eine verschwindend geringe Anzahl solcher Fälle", berichtete Karl-Heinz Frenken gegenüber unserer Redaktion. Wichtig sei dabei zu betonen, dass "uns bisher noch kein anderer Fall mit einem Zuwanderer bekannt ist". Und noch wichtiger sei hervorzuheben, dass "das Mädchen genau richtig gehandelt hat".

Diese Einschätzung teilte gestern auch Dr. Hans-Heiner Gotzen, Erster Beigeordneter der Stadt Erkelenz und für das Erka-Bad zuständig, der auf Nachfrage unserer Redaktion erklärte: "Das Mädchen hat den Vorfall sofort der Badaufsicht gemeldet, die gleich die Polizei informieren konnte - sie hat alles richtig gemacht." Gotzen rief dazu auf, solche Vorfälle "niemals zu bagatellisieren, egal welcher Herkunft der Täter ist, und sie immer sofort zu melden", damit die Polizei sie "lückenlos und sauber" aufklären könne.

(spe)
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