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Erkelenz
So prägte der Bauverein die Stadtentwicklung in 100 Jahren

Erkelenz. Er habe sie "genossen", die Eröffnung der Informationsveranstaltung des Heimatvereins und des Bauvereins mit dem Thema "Erkelenzer Stadtentwicklung der letzten 100 Jahre durch den Bauverein Erkelenz eG" in der Erkelenzer Volksbank. Der Genießer war Wilfried Mercks, Vorstandsmitglied des Heimatvereins der Erkelenzer Lande, der mit seinem Grußwort den kurzfristig erkrankten Vorsitzenden Günther Merkens vertrat. Von Willi Spichartz

Man war also unter Genossen, wie auch Voba-Chef Dr. Veit Luxem in seinem Grußwort betonte. Es sei kein Zufall, dass die Veranstaltung am "Internationalen Tag der Genossenschaften" stattfinde. Heinz-Josef Küppers begrüßte als Stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Bauvereins die knapp 50 Gäste und erläuterte, dass auf Betreiben des Ehrenvorstandsvorsitzenden Roland Hager der Bauverein Mitglied im Heimatverein geworden sei und die Veranstaltung Ausdruck der guten Zusammenarbeit sei.

Elke Schwarz hatte als Aufsichtsratsvorsitzende des Bauvereins die Aufgabe übernommen, dessen Einfluss auf die Erkelenzer Stadtentwicklung per Power-Point-Präsentation aufzuschlüsseln. Und da stehen zwei Namen, die für Erkelenz vor mehr als 100 Jahren erhebliche Bedeutung hatten: Bürgermeister Bernhard Hahn und der Industriepionier Anton Raky, der das Gemeinwesen Erkelenz mit zahlreichen ideellen und materiellen Initiativen unterstützte. Wohnungsnot war 1903 der Anlass zur Gründung des "Gemeinnützigen Bauvereins", nicht zuletzt Anton Raky hatte mit seiner seit 1896 in Erkelenz ansässigen "Internationalen Bohrgesellschaft" (IBG) Arbeitskräfte nach Erkelenz geholt und damit Wohnungsbedarf erzeugt. Prägend für die Kreisstadt wurde ab 1904 eine Arbeitersiedlung in Glück-Auf- und Rosenstraße mit 52 Häusern für die auswärtigen Arbeitskräfte, von der erzkonservativen Stammbevölkerung "Kairo" oder auch "Negerdorf", so Erika Schwarz, geschmäht wurde. Sie besteht heute noch.

Im Lauf der Jahrzehnte wurden größere Projekte in der Gartenstraße (heute Goswinstraße), in der Anton-Heinen-Straße, die anfänglich Vereinstraße hieß und zum Bedauern des Bauvereins umbenannt wurde, mit 21 Häusern umgesetzt. Es folgte der Lambertusweg, vor 40 Jahren der Hoogenhof mit 43 Wohneinheiten, vor 20 Jahren 40 neue Wohnungen im "Buscherhof".

In Zusammenarbeit mit einer Erkelenzer Lokalzeitung bediente man vor gut 20 Jahren die Abteilung "Humor" mit Aprilscherzen, auf die sogar das Düsseldorfer Bauministerium reinfiel. Beeindruckt zeigten sich die Zuhörer von einer aktuellen Stadtkarte mit den Investitionsbereichen des Bauvereins seit seiner Gründung - sie belegte, dass die rund 300 Genossen und die Geschäftsführung ihren Vereinszweck auch in Hinsicht auf die Stadtentwicklung erfüllt haben.

Quelle: RP
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