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Erkelenz
Spannende Blicke in den Alltag des "HJK"

Erkelenz: Spannende Blicke in den Alltag des "HJK"
Anästhesiepfleger Karl-Heinz Muhlmann (2.v.r.) erläutert im Operationssaal an einem Dummy den Besuchern des Tages der offenen Tür den Narkoseprozess. FOTO: JÜRGEN LAASER
Erkelenz. Zum 150-jährigen Bestehen der Hermann-Josef-Stiftung öffnete das Herzstück, das Hermann-Josef-Krankenhaus, die Pforten. Viele Besucher nutzten die Gelegenheit, den Krankenhausalltag aus besonderer Perspektive zu beobachten. Von Kurt Lehmkuhl

Es war wie die berühmte Operation am offenen Herzen: Bei laufendem Betrieb richtete die Hermann-Josef-Stiftung aus Anlass ihres 150-jährigen Bestehens am gestrigen Sonntag einen Tag der offenen Tür im Hermann-Josef-Krankenhaus aus. Und wie bei einer Operation war auch diese Großveranstaltung in erster Linie eine Sache der guten Organisation. "Knapp vier Monate haben wir geplant, verändert, Abläufe geregelt", verriet Pflegedirektor Stephan Demus. Er hat Erfahrung mit einer publikumsträchtigen Veranstaltung: "Wir können auf unser Wissen vom Tag der offenen Tür im Jahr 2009 zurückgreifen, als wir den E-Trakt als Ersatzbau für das Immerather Krankenhaus vorgestellt haben." Er und Verwaltungsdirektor Jann Habbinga waren ständig unterwegs, um zu regeln und Problemchen zu lösen. "Es klappt. Wir sind zufrieden."

Viel Mühe hatte sich die Stiftung gegeben, um in ihrem Herzstück, dem Krankenhaus, im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten ein Fest für die Bürger durchzuführen. "Ganz im Sinne des Stiftungsgründers, Hermann-Josef Gormanns", betonte Bürgermeister Peter Jansen mit Blick auf die vielen Besucher. "Gormanns wollte bürgernahe Einrichtungen." Der Tag der offenen Tür stelle ein bürgernahes Krankenhaus dar. "Wir wollen zeigen, dass wir keine bürgerfremde Einrichtung sind." Zur Bürgernähe gehörte auch die Information über das Krankenhaus. Sie wurde nicht nur durch die zahlreichen Vorträge gewährt, in denen über die medizinischen und sonstigen Möglichkeiten in den Räumen an der Tenholter Straße gesprochen wurde, oder über die Einblicke in die stets gut besuchten Operationsäle, Kreißsäle und Labore und die diversen Stände. Der Blick hinter die Kulissen wurde vor allem bei den Führungen gewährt, wobei die "Tour de Technik" den Besucher in Bereiche des Krankenhauses führte, die ihm sonst verschlossen bleiben. "Da geht es dem Besucher wie vielen Ärzten, die wissen oft auch nicht, was wir hier alles im Technikbereich machen", sagte Hermanns Stevens, der seit 28 Jahren als Betriebsingenieur in dem Haus arbeitet. Vom Keller bis zum Dach lotste er seine Besuchergruppen. "Als ich hier von 28 Jahren angefangen haben", verriet der Leiter der Technik, "hatten wir drei Lüftungsanlagen, zwei Aufzüge und eine Bettenzahl von 230." Aktuell verfügt das Krankenhaus über 440 Betten und einer Technik, die mit der damaligen fast nichts mehr gemein hat. Die 14 Lüftungsanlagen und die zehn Aufzüge sind davon nur ein kleiner Teil. Das meiste Interesse entfachte Stevens bei der Stromversorgung, speziell den Notstromaggregaten. Wer will schon auf einem OP-Tisch liegen, wenn der Strom ausfällt? "Keine Sorge", beruhigte Stevens. Er und seine Kollegen haben alles unter Kontrolle. Ein Dieselmotor mit zwei Turboladern springt spätestens nach 15 Sekunden an und hat nach zehn Sekunden seine volle Leistung erreicht. Einmal monatlich wird der Ernstfall geprobt, der statistisch gesehen alle 18 Monate einmal eintritt. "Aber davon wie auch von den immer wieder auftretenden kleineren, kurzfristigen Stromausfällen kriegen die Patienten fast nie etwas mit." Oben auf dem Dach wartet das nächste Wunderwerk der Technik: die Heizungsanlage mit drei Kesseln, die jeweils 720 Kilowatt an Leistung erbringen. Und auch die Klimaanlage für die absolut sterile OP-Luft hat hier ihren Platz.

Die Chronik vom Hermann-Josef-Krankenhaus Erkelenz

Zurück in der Welt der Patienten, Ärzte und Besucher bietet sich ein buntes Bild. Nicht nur das Krankenhaus stellt sich in seinem Facettenreichtum vor, auch zahlreiche Gruppierungen sind da, die Rosa Schleife etwa ebenso wie das Brustzentrum Aachen oder die Fotografinnen von "first moments", die Bilder von Neugeborenen machen. Vielleicht wird ja just in diesem Moment wenige Meter weiter ein Mensch geboren. Beim laufenden Betrieb im Krankenhaus bekommt es der Besucher gar nicht mit.

Quelle: RP
 
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