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Erkelenz
Staatssekretärin lobt Hospiz: "Erfrischend anders"

Erkelenz: Staatssekretärin lobt Hospiz: "Erfrischend anders"
Staatssekretärin Ingrid Fischbach im Gespräch mit Hospizleiter Björn Clahsen (l.) und Bundestagsmitglied Wilfried Oellers (CDU): Der Besuch aus Berlin würdigte die Arbeit der Einrichtung der Hermann-Josef-Stiftung. FOTO: Anke Backhaus
Erkelenz. Ingrid Fischbach, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit, war zu Gast in Erkelenz. Von Anke Backhaus

Beim Blick in die Räume des Hospizes der Hermann-Josef-Stiftung erinnerte sich Ingrid Fischbach an eine Zeit vor etwa 20 Jahren. "Damals wurde im Ruhrgebiet ein Hospiz eröffnet. Nicht alle waren froh darüber, denn es gab viele, die nicht Tür an Tür mit dem Tod leben wollten", erzählte die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit. Auf Einladung des Kreis Heinsberger Bundestagsmitgliedes Wilfried Oellers (CDU) war Ingrid Fischbach zu Besuch in Erkelenz. Und dieser beeindruckte sie nachhaltig. Denn: Vor allem in Erkelenz, so meinte sie, seien die Zeiten wohl längst andere.

Seit 2000 ist das Hospiz der Hermann-Josef-Stiftung im Betrieb, seit rund drei Jahren am neuen Standort Tenholter Straße. "Das ist hier erfrischend anders", sagte Ingrid Fischbach wohlwollend, denn sie erkannte schnell, dass die Stiftung und vor allem die Hospiz-Mitarbeiter bestrebt sind, dem Lebensende noch möglichst viel Leben zu schenken. Die Parlamentarische Staatssekretärin betonte: "Der Tod darf nicht totgeschwiegen werden." Es gelte, gute Rahmenbedingungen zu schaffen.

Björn Clahsen, der Leiter des Hospizes der Hermann-Josef-Stiftung, machte Ingrid Fischbach darauf aufmerksam, dass das Einzugsgebiet sehr groß sei, es gebe eine lange Warteliste. Menschen mit allen Krankheitsbildern könnten aufgenommen werden. Besonders sei, dass das Hospiz in all' den Jahren sein Konzept entwickeln konnte. Dieses Konzept, für Lebensqualität der Bewohner und deren individuelle Versorgung zu gewährleisten, habe zum Erfolg geführt. Clahsen: "Das Ziel lautet, im Sinne unserer Bewohner für Normalität zu sorgen."

In diesem Zusammenhang stellte sich die Frage nach Themen wie Personalschlüssel, der sich in einem Hospiz anders als etwa in einem regulären Krankenhausbetrieb darstellt. Jann Habbinga, der Verwaltungsdirektor der Hermann-Josef-Stiftung, erklärte, dass der Gesetzgeber in dieser Hinsicht noch korrigieren müsse. Dass über Personalbemessungen - auch in Altenheimen - noch zu diskutieren sei, bestätigte Ingrid Fischbach.

Vor allem stand beim Besuch auch die Würdigung der ehrenamtlichen Hospiz-Mitarbeiter im Fokus, die nach ihrer Qualifizierung im ambulanten Hospizdienst eine wertvolle Arbeit leisten. "Diese Menschen helfen uns ungemein", sagte Jann Habbinga.

Den Besuch der Parlamentarischen Staatssekretärin begleitete auch der Erkelenzer Bürgermeister Peter Jansen. In seinem Schlusswort sagte er: "In Erkelenz sind wir immer offen mit dem Thema Hospiz umgegangen. Heute sehen die Menschen das Hospiz als zum Leben gehörig an."

Quelle: RP
 
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