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Erkelenz
Rundgang durch die Stadt mit jungen Flüchtlingen

Erkelenz. Der Mittwochnachmittag hat für viele Jugendliche aus Flüchtlingsfamilien eine besondere Bedeutung. Dann steht nämlich "Spaß und Kultur" auf dem Programm. Dieses Projekt, das von WiE (Willkommen in Erkelenz - Die Lobby für Flüchtlinge) ins Leben gerufen wurde und mit Hilfe einer Spende des Erkelenzer Cusanus-Gymnasiums aus dem Solidaritätslauf gefördert wird, ermöglicht den Jugendlichen unter der Aufsicht und Betreuung vieler Helfer, ein wenig Farbe in den tristen Alltag zu bringen. Treffpunkt sind die Räume vom Jack. Jack ist die Katholische Jugendkirche am Johannismarkt 5 in Erkelenz und steht für jung, anders, christlich und konkret.

Jetzt stand ein Stadtrundgang durch Erkelenz mit Hubert Rütten vom Heimatverein der Erkelenzer Lande auf dem Programm. Beim einstündigen Stadtrundgang erfuhren die rund 20 Erkelenzer Neubürger aus Syrien, Libanon, Afghanistan und Guinea allerlei Wissenswerte über St. Lambertus, das Alte Rathaus, die Route gegen das Vergessen und die Stolpersteine. Auf großes Interesse stießen dabei die Dokumente über die Kriegszerstörungen an St. Lambertus und am Alten Rathaus. Hubert Rütten, der sich über die sehr aufmerksame, höfliche und interessierte Jugendgruppe gefreut hat, gab auch viele Einblicke in das jüdische Leben in Erkelenz. Dabei spielte die Emigration der teils im Kindesalter verfolgten Erkelenzer Juden eine wichtige Rolle.

Maria Reinfarth und Rolf Schulte-Nover, die die "Spaß- und Kulturgruppe" federführend betreuen, unterstreichen, wie wichtig diese Arbeit mit den jungen Menschen ist. Während sie im Rest der Woche am regulären Schulunterricht teilnehmen und dort auch bei Sprache und in den anderen Schulfächern gute Fortschritte machen, ist der Mittwoch-Termin das Sahnehäubchen. Dann bekommt der Begriff "learning by doing" eine besondere Bedeutung: Bei den bisherigen Besichtigungen der Kirche St. Lambertus, der Burg und bei anderen Exkursionen wird die neue Heimat - im wahrsten Wortsinn - begreifbar. Nach dem Rundgang mit Hubert Rütten dann noch einmal in einer besonderen Bedeutung. Denn anlässlich der Erkelenzer Kirmes spendierte WiE den jungen Leuten ein Eis.

Quelle: RP
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