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Erkelenz
Superintendent und Schulreferentin besuchen Hauptschule

Erkelenz. Es ist 8.10 Uhr: Im Dachgeschoss der Hauptschule in Erkelenz versammeln sich 25 Schüler einer 10. Klasse zum Gottesdienst. Thema ist der Jugendkreuzweg 2016. Pfarrerin Anne Mischnick, seit acht Jahren als Seelsorgerin und im Unterricht an der Schule tätig, lädt zu Bildbetrachtung, Singen und Beten ein. Im Anschluss an den eher ruhigen Gottesdienst wird die Gruppe im Gespräch mit dem Superintendenten des Evangelischen Kirchenkreises Jülich, Pfarrer Jens Sannig, munterer. "Wie wird man Superintendent und warum? Und was ist das eigentlich?"

Sannig steht Rede und Antwort, spricht über die Wahl zum Superintendenten (vergleichbar mit einem katholischen Bischof) durch die Kreissynode, erzählt von seiner Entscheidung für die Theologie und gegen den Journalismus und von den Aufgaben als Seelsorger, Dienstvorgesetzter und Gesprächspartner für Menschen, Gruppen und Gremien innerhalb und außerhalb der Kirche. Die Schüler berichten ihm von ihren Zukunftsplänen. Sie äußern sich auch zur politischen und gesellschaftlichen Situation und werden zu ganz aufmerksamen Zuhörern, als der Superintendent von seinen Begegnungen mit der Partnerkirche von Marokko und der Situation der dortigen Flüchtlinge berichtet.

"Wir packen an, was kommt!", antwortet Schulleiter Erich Konietzka auf die Frage des Superintendenten, wie es der Schule gelinge, Flüchtlingskinder in den Schulalltag einzubinden. Zurzeit gebe es 65 Schüler, die in sogenannten Vorklassen von sehr motivierten Kollegen und drei Ehrenamtlichen unterrichtet würden. Sobald es die sprachlichen Voraussetzungen erlaubten, nähmen sie am Regelunterricht teil. Für nächstes Schuljahr sei die Einrichtung von herkunftssprachlichem Unterricht geplant.

Superintendent Sannig trifft auch auf die Kollegen der gemeinsamen Fachkonferenz Religion mit Schulreferentin Pfarrerin Bernhild Dankert, die ihm berichten, wie ihr Unterricht schon viele Jahre konfessionsübergreifend erteilt wird. Das Konzept sei etwas Besonderes im Kreis Heinsberg. Dabei lernten die Schüler voneinander, von der jeweiligen Religion und Konfession, vom Glauben und den Festen und Ritualen. Nur zwischen Ostern und Pfingsten finde der Religionsunterricht konfessionell getrennt statt.

Über den Unterricht hinaus werden mehrere Projekte durch die starke Gemeinschaft im Religionsunterricht getragen. Sowohl die Pflege des jüdischen Friedhofs in Erkelenz als auch die Reinigung der auf den Straßen verlegten Stolpersteine werden von Schülern der unterschiedlichen Klassen übernommen, und besonders das Butterflies-Projekt von Misereor wird durch die Schule unterstützt. Hierbei geht es um Hilfe für Straßenkinder und obdachlose Erwachsene in Indien. Im Augenblick werden an der Schule in Erkelenz und in Indien Schmetterlingsbilder gemalt. Bis Juni sollen es 2016 werden, um die Wette mit einem Lebensmittelmarkt zu gewinnen, der dann 2016 Euro für das Butterflies-Projekt spenden will.

Quelle: RP
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