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Erkelenz
Ungebrochenes Engagement für Flüchtlinge

Erkelenz. Geradezu begeistert waren die Messdiener der Erkelenzer Gemeinde St. Lambertus vom Erfolg ihres Frühstücks, zu dem sie Flüchtlinge aus Erkelenz eingeladen hatten. Knapp 100 Teilnehmer wurden gezählt, wobei der Verein "Willkommen in Erkelenz - Die Lobby für Flüchtlinge" (WiE) eingebunden wurde.

Zuerst war es eine Idee: Die Messdiener von St. Lambertus wollten eine Aktion für die Flüchtlinge durchführen. Sie schlugen bei der Leiterrunde ein Frühstück vor, was das Gremium begeistert aufgenommen hat. In Namen der Messdiener nahm Thomas Brockers Kontakt zu WiE-Geschäftsführer Wilfried Mercks auf. Er knüpfte Fäden: Er versandte Einladungen an die Flüchtlingspaten und erhielt Zusagen von insgesamt 70 Personen. Dass es dann knapp 100 Teilnehmer wurden, lag an der kurzfristigen Teilnahme zweier Familien aus Syrien mit ihren sieben Kindern, die erst seit wenigen Tagen in Neuhaus untergebracht sind. Die Schar der Flüchtlinge und ihrer Begleiter bestätigte sie, in der Vorweihnachtszeit das Richtige getan zu haben.

Die Hauptorganisation des Frühstücks hatten die Gruppenleiterinnen Nele Berger und Anna Brockers, die sich um Mithelfer und den Einkauf kümmerten. Auch hier konnte sich WiE einbringen: Andrea Baums aus Erkelenz hatte mit ihrem Vorschlag bei einer Aktion der Bäckerei Büsch überzeugt, die Weihnachtswünsche von Kunden erfüllen wollte, die anderen Menschen etwas Gutes tun möchten. Andrea Baums wünschte sich Weckmänner für die Flüchtlingskinder im Familie-Harf-Haus in Erkelenz. Ihr Vorschlag fand bei der Bäckerei Büsch großen Anklang. Nach der Zusage von Büsch wandte sie sich an WiE, der Verein wiederum brachte das Frühstück ins Gespräch. Daraufhin überbrachte Geschäftsführer Norbert Büsch 150 Brötchen, 60 Milch- und Schokobrötchen sowie 60 Teilchen. Außerdem spendete Möbel Goertz aus Erkelenz Stofftiere für die Kinder. Christiane Meder, Inhaberin von "verstrickt und zugenäht" an der Erkelenzer Hermann-Josef-Gormanns-Straße, übergab Strickwaren aus ihrer Spendenaktion, bei der ihre Kunden für Flüchtlinge Socken, Schals und Mützen strickten.

Zum musikalischen Rahmen trug die Messdienerband bei, die in einigen Flüchtlingskindern Mitsänger fand. Die Flüchtlinge bedankten sich herzlich für den schönen Vormittag, aber auch für die Hilfe, die sie erhalten.

Einig waren sich die Messdiener, dass ihr Frühstück eine gelungene Aktion war, die man im nächsten Jahr wiederholen wird. Für WiE bedankte sich Geschäftsführer Wilfried Mercks für das große Engagement, das dazu beiträgt, dass sich Flüchtlinge in Erkelenz willkommen fühlen können.

Auf die Mithilfe der Evangelischen Kirchengemeinde Erkelenz konnte WiE bauen, als es darum ging, Flüchtlinge von Neuhaus in die Innenstadt zu transportieren. Kurzerhand stellte die Kirchengemeinde ihren ZaK-Bus zur Verfügung. Auch hierfür dankte WiE-Vorsitzender Franz Thiel.

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Für zahlreiche Flüchtlinge in Erkelenz wird der Winter weniger hart. Denn Christiane Meder, Inhaberin von "verstrickt und zugenäht" an der Hermann-Josef-Gormanns-Straße, hatte Kunden zu einer Hilfsaktion für Flüchtlinge eingeladen.

Die Flüchtlinge sollten mit selbstgestrickten Socken, Schals und Mützen versorgt werden. Dazu verkaufte sie den Strickwilligen ein Wollpaket im Wert von sieben Euro. Wer diese Ware für die Flüchtlingshilfe verarbeitet hatte und das Gestrickte in den Laden zurück brachte, erhielt sein Geld zurück. Die Kunden folgten dem Aufruf und schufen regelrechte wärmende Kunstwerke.

Allen Produkten merkt man an, dass sie mit Liebe gefertigt wurden. Einen Teil der Produkte verteilte Christiane Meder mit Unterstützung von WiE im Familie-Harf-Haus an der Südpromenade.

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Das Thema Flüchtlinge ist seit Beginn des Schuljahres am Berufskolleg Erkelenz aktuell. Die Schüler äußerten den Wunsch, sich für Flüchtlinge zu engagieren. Dies verstärkte sich, als in den Turnhallen des BK vor den Herbstferien eine Erstaufnahmeeinrichtung entstand.

Sofort begann die Schülervertretung mit der Planung, wie den Flüchtlingen schnell zu helfen sei. Als Ansprechpartner stand das DRK als Betreiber der Einrichtung zur Verfügung. Vor allem Bekleidung für junge Männer, Schuhe und Spielzeug wurden gebraucht.

Dies ließ sich die SV, bestehend aus Utku Arslan, Maroua Jaouadi, Jens Gandelheidt, Mona Küppers und Michelle Reinartz, nicht zweimal sagen. Sie informierte die Klassensprecher, woraufhin die ersten Kleiderspenden angenommen wurden. Innerhalb kürzester Zeit spendeten die Schüler einen Berg an Bekleidung und Spielzeug. Dieser konnte im Beisein des Schulleiters Paul-Günther Threin an das DRK übergeben werden.

Neben dem Schulleiter sind auch die SV-Lehrer Rebecca Bleilevens, Marc Claßen und Christian Pohl sehr stolz auf den Einsatz der Schülervertretung des Erkelenzer Berufskollegs. Doch damit nicht genug: Die SV plant in nächster Zeit weitere verschiedene Aktionen, um ihr Engagement für Flüchtlinge noch auszubauen und weiterhin zu helfen.

Quelle: RP
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