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Erkelenz
Starker Stunk um Stock

Erkelenz: Starker Stunk um Stock
Das war die Glanznummer: Winfried Weckert (r.) als Wegbergs Bürgermeister "Michel" Stock und Niklas Ernst als dämonisches Rumpelstilzchen. FOTO: LAASER
Erkelenz. Die Stunker bleiben sich treu: Auch die fünfte Auflage der alternativen Erkelenzer Karnevalssitzung würzen sie mit viel Lokalkolorit und Musik. Bissigste Nummer: das Wegberger Haushaltsmärchen. Von Mario Emonds

Im vergangenen Jahr gewährten die Erkelenzer Stunker Wegbergs neuem Bürgermeister Michael Stock noch eine Schonfrist - damit war es in der zweimal ausverkauften Auflage 2016 in der Stadthalle nun aber vorbei. Da führten sie das "Wegberger Haushaltsmärchen" auf. Was eindeutig die bissigste Nummer eines erneut prallen Programms war. Stunk-Präsident Wolfgang Klein empfahl zur Entlastung der chronisch leeren Wegberger Stadtkasse, Schwimmbad und Kläranlage zusammenzulegen - und dann zauberten Winfried Weckert als Bürgermeister "Michel" Stock und Niklas Ernst als dämonisches Rumpelstilzchen eine wahre Glanznummer aufs Parkett.

Darin soll der arme Michel wiederholt des Nachts Stroh zu Gold spinnen. Das nur in Reimen sprechende Rumpelstilzchen macht's möglich - natürlich nicht ohne Gegenleistung: "Hundesteuer verdoppeln, zwei Grundschulen schließen, Vereinsförderung einstellen", fordert es jeweils dreist. Der "Michel" fügt sich zähneknirschend - und ist am Ende doch der Gelackmeierte.

Auch in einer zweiten Nummer gingen die Erkelenzer Stunker nach Wegberg fremd. In "Es geht auch ohne Tor" widmeten sie sich dem erfolglosen Fußball-Regionalligisten FC Wegberg-Beeck. Da sinnierte Niklas Ernst als Teamchef Friedel Henßen im stillen Kämmerlein angestrengt über Motivationsstrategien für die Rückrunde.

Im stärksten "Erkelenzer" Sketch beschäftigten sich die Stunker mit dem Ort Holzweiler. Jasmin und Peter Müller behalten da in ihrem Haus die Nerven, obwohl alles um sie herum zusammenbricht. "Weine nicht, wenn die Wand umfällt. Keyenberg und Kuckum geh'n, aber unser Dorf bleibt steh'n", singen sie da zur Melodie von "Marmor, Stein und Eisen bricht", das die wieder famose Stunkband intoniert.

Löbliche Neuerung: Die witzigen Liedtexte, nicht immer leicht zu verstehen, wurden erstmals auf eine Leinwand projiziert. Ansonsten war's wie immer: bestens aufgelegte Hobby-Darsteller, die aus reinem Spaß an der Freud' ein mehr als beachtliches Programm kredenzten. Und ebenfalls ein sehr gutes Zeichen: Die personelle Fluktuation ging bei den Stunkern auch bei der fünften Auflage gegen Null.

Quelle: RP
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