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Erkelenz
Stolpersteine: Neue Broschüre erklärt Erkelenzer Geschichte

Erkelenz: Stolpersteine: Neue Broschüre erklärt Erkelenzer Geschichte
Stellen den neuen Flyer vor (v.l.): Hubert Rütten (Heimatverein), Josef Adams (Gemeinschaftshauptschule) und Christoph Stolzenberger (Heimatverein). FOTO: JÜRGEN LAASER
Erkelenz. Patenschaft für den jüdischen Friedhof und Stolpersteine: Die Gemeinschaftshauptschule hält die Erinnerung an die ermordeten Erkelenzer Juden wach. Erschienen dazu ist nun ein erklärender Flyer. Von Anke Backhaus

Alles begann mit der Pflege der Soldatengräber auf dem alten Friedhof an der Brückstraße. Und dann legte zusätzlich die Themenreihe "Gewalt, Krieg, Tod" im Religionsunterricht den Grundstein: Seit 1996 engagieren sich die Schüler der Gemeinschaftshauptschule für den jüdischen Friedhof an der Neusser Straße. "Wie gut, dass es nicht nur bei der Unterrichtsreihe und der bloßen Idee geblieben ist - im nächsten Jahr blicken die Schüler und die Schule auf eine 20 Jahre andauernde erfolgreiche Arbeit", sagte gestern Hubert Rütten vom Heimatverein der Erkelenzer Lande. Zusammen mit Günther Merkens, dem Vorsitzenden des Vereins, und Geschäftsführer Theo Görtz war Rütten in die Hauptschule gekommen - der Grund war die Präsentation des neuen Flyers, der sich mit den Stolpersteinen beschäftigt.

Es ist also längst nicht nur bei der Pflege der Gräber auf dem jüdischen Friedhof geblieben. Im Projekt "Wir wollen es wissen" zeichneten die Schüler die Lebenswege jüdischer Menschen in Erkelenz nach. Hilfreich zur Seite stand den Schülern Hubert Rütten, der sich beim Heimatverein intensiv mit der Erforschung jüdischer Erkelenzer Bürger auseinandergesetzt hat. Nach mühevoller Arbeit wurden im Jahr 2002 die ersten Stolpersteine in Erkelenz verlegt.

Günther Merkens betonte, wie die Aktivitäten der Hauptschüler den Heimatverein beeindrucken: "Seit vielen Jahren sind Schüler und Schule dabei, das Gedenken aufrecht zu erhalten. Wir haben dann gesagt, einige Stolpersteine zu finanzieren. Weil es aber schon Sponsoren gab, haben wir uns entschlossen, diesen Flyer herauszugeben, der über die Menschen informiert, für die die Stolpersteine verlegt worden sind. In meinen Dank schließe ich auch Dr. Esther Betz aus Düsseldorf, die Vorsitzende der Anton-Betz-Stiftung der Rheinischen Post, für ihre finanzielle Unterstützung ein." Christoph Stolzenberger, der an der Entwicklung des Flyers beteiligt war, sieht in dem neuesten Werk des Heimatvereins "eine Botschaft und ein Dokument der Schande". Stolzenberger bezeichnete den Einsatz der Gemeinschaftshauptschule als nicht selbstverständlich. Gerade in der heutigen Zeit sei es umso wichtiger, an die tragischen Folgen des Terror-Regimes der Nationalsozialisten zu erinnern. Lehrer Josef Adams fügte hinzu, "dass wir ständig ein Zeichen setzen gegen Rassismus".

Seit 2006 gestalten die Schüler der Gemeinschaftshauptschule die Gedenkfeier zur Reichspogromnacht am 9. November. Die Feier findet auch am Montag wieder auf dem jüdischen Friedhof statt, der unter dem Leitwort steht "Erinnern muss mehr sein als bloßes Gedenken" (Zitat Charlotte Knobloch, frühere Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland). Die Schüler haben mittlerweile die Patenschaft für den Friedhof übernommen.

Quelle: RP
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