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Erkelenz
Straße in Euskirchen: eine weitere Erinnerungen an Joseph Emonds

Erkelenz. Die Stadt Euskirchen widmete im Ortsteil Kichheim eine Straße dem in Terheeg geborenen Joseph Emonds. Laurenz Joseph Emonds wurde 1898 geboren und starb 1975 in Euskirchen-Kirchheim. Er wurde auf dem Erkelenzer Zentralfriedhof beerdigt. Erkelenz erinnert mit einer Straßenbezeichnung am Schulring an den Geistlichen, Widerstandsaktivisten und Judenretter. An der Namensgebung in Euskirchen war der Erkelenzer Heimatforscher Hubert Rütten beteiligt. Ein Aufsatz aus dem neuen Sammelband des Heimatvereins wurde in einer Broschüre der katholischen Kirchengemeinde St. Martinus Kirchheim verwendet.

Durch den "Dechant-Joseph-Emonds-Weg" werden in Euskirchen an der Kirche St. Martinus Kindergarten, Pfarrbücherei und Jugendheim erschlossen. Harry Emonds, Josephs Neffe, bedankte sich bei der Widmung in Euskirchen im Namen seiner Geschwister. Außerdem teilt der Heimatverein Erkelenz mit, dass auf dem ehemaligen Schlacht- und Viehhof Düsseldorf eine Gedenkstätte an Emonds erinnert. Heute ist dort die Hochschulbibliothek untergebracht.

Emonds war Priester, Pazifist und Widerständler gegen das Naziregime. Über die Region hinaus bekannt wurde er als "Judenhelfer". Während der Novemberrevolution 1918 wurde in Erkelenz ein Arbeiter- und Soldatenrat gebildet. Emonds, der aus einer landwirtschaftlich geprägten Familie stammte und seit seinem Einsatz an der Westfront seit 1917 überzeugter Pazifist war, wurde in den Bauernrat als Vertreter der Bauern gewählt. Seine Priesterweihe erhielt er am 13. August 1922 in Köln-Deutz. Danach war er Kaplan in Aachen und Vikar in Dormagen. Wegen seiner "zu großen Nähe zur Arbeiterschaft" wurde er nach Köln-Ehrenfeld versetzt. Später betreute er die Kolping-Familie in Essen.

Wegen Unterstützung von Juden, Sozialisten und Kommunisten stand er früh unter der Aufsicht der Gestapo. Das hielt ihn nicht davon ab, Hilfe für Verfolgte zu leisten. Auf Initiative des Priesters versteckte seine Familie auf ihrem Bauernhof Frau Toni Marcus aus Essen, eine Katholikin jüdischer Herkunft. Im Pfarrhaus in Kirchheim nahm er Ende 1944 ein jüdische Frau mit ihrem Mann auf, während gleichzeitig die SS bei ihm eiquartiert wurde. Verpflegt wurde das Ehepaar aus dem "Fundus" der Nazi-Schergen. Geholfen wurde ihm von seiner Haushälterin Anna Schürkes, die aus Etgenbusch stammte. Das Ehepaar überlebte die Verfolgung

Im August 2013 erfolgte die Ernennung zum "Gerechten unter den Völkern" in der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem.

Quelle: RP
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