| 12.22 Uhr

Tagebau in Erkelenz
Beide Türme des Immerather Doms abgerissen

Tagebau in Erkelenz: Der letzte Turm des Immerather Doms ist gefallen
Erkelenz. Nach der Besetzung des Immerather Doms in Erkelenz am Montag ist es in der Nacht zum Dienstag rund um die frühere Kirche ruhig geblieben. Seit dem Morgen geht der Abriss zügig voran; beide Türme sind bereits gefallen. Von Sabine Kricke und Andreas Speen

Wie eine Polizeisprecherin am Morgen sagte, waren in der Nacht keine Aktivisten vor Ort. Die Polizei sei weiter präsent, wenn im Laufe des Tages der Abriss des Gebäudes fortgesetzt werde. Nachdem der Abriss am Montag mit rund fünf Stunden Verspätung begann, setzte RWE die Abrissarbeiten am Dienstag zügig fort. Unser Reporter vor Ort berichtet, dass am Morgen noch beide Türme und das Kirchenschiff standen. Am frühen Nachmittag waren bereits beide Türme sowie Kirchenschiff gefallen.

Greenpeace-Aktivisten hatten am Montag das entwidmete Kirchengebäude stundenlang besetzt und damit den Abriss für den Braunkohletagebau verzögert. Höhenretter der Polizei hatten schließlich drei Protestler von dem Gebäude geholt. Weitere Aktivisten hatten sich an einem Bagger festgekettet. RWE Power hatte den Beginn der Abrissarbeiten über Stunden verschieben müssen.

Tag 2: Der Abriss des Immerather Doms FOTO: Uwe Heldens

Das frühere Kirchengebäude der katholischen Pfarrei St. Lambertus ist seit 2013 entwidmet und damit kein Gotteshaus mehr. Notwendig wird der Abriss nach Angaben von RWE Power wegen des nahenden Braunkohletagebaus Garzweiler. Nach dem Rückbau der Autobahn 61 zwischen Wanlo und Jackerath, der im Sommer beginnen soll, würden die Schaufelradbagger Immerath erreichen.

Menschen, die dort aufgewachsen sind, verlieren ihre Heimat an den Tagebau. So auch Marc Bolten. Der 34-Jährige hat sich aus Liebe zu seinem Heimatdorf den Immerather Dom auf seinen Arm tätowieren lassen. Der gebürtige Mönchengladbacher hat eine besondere Beziehung zu dem kleinen Ort am Rande des Tagebaus Garzweiler. Als er ein Jahr alt war, ist er mit seinen Eltern in eine Wohnung gezogen, die direkt neben der Kirche stand.

 
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