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Erkelenz
Taktgeber im Hintergrund

Erkelenz: Taktgeber im Hintergrund
Unterschiedliche Bands, unterschiedliches Alter: Stephan Jopen ist Schlagzeuger, und seit neun Jahren gibt er bei der Planung des Bühnenprogramms für den Erkelenzer Lambertusmarkt den Takt an. 2017 stand er mit den "Kölsche Adler" (oben rechts) selbst auf der Bühne. Unterschiedliche Bands, unterschiedliches Alter: Stephan Jopen ist Schlagzeuger, und seit neun Jahren gibt er bei der Planung des Bühnenprogramms für den Erkelenzer Lambertusmarkt den Takt an. 2017 stand er mit den "Kölsche Adler" (oben rechts) selbst auf der Bühne. Unterschiedliche Bands, unterschiedliches Alter: Stephan Jopen ist Schlagzeuger, und seit neun Jahren gibt er bei der Planung des Bühnenprogramms für den Erkelenzer Lambertusmarkt den Takt an. 2017 stand er mit den "Kölsche Adler" (oben rechts) selbst auf der Bühne. FOTO: Jopen/RP-Foto: Jürgen Laaser
Erkelenz. Stephan Jopen ist Schlagzeuger aus Erkelenz, DJ und seit neun Jahren Organisator des Lambertusmarktes. Von Kurt Lehmkuhl

Er ist 43 Jahre alt, liebt und lebt für die Musik und Erkelenz, seine Freunde nennen ihn "Jopi": Stephan Jopen. Bei der Frage nach seiner Berufsbezeichnung stutzt er. "Gute Frage", sagte er nachdenklich. "Was bin ich eigentlich?"

Vor ein paar Jahren wäre die Antwort einfacher gewesen. Nach dem Abitur hat er bei der Kreissparkasse eine bankkaufmännische Ausbildung absolviert. Dieser Zeit folgte eine Zeit bei einem Telekommunikationsunternehmen. Dann wagte er den Sprung ins Freiberufliche und Selbstständige, zunächst als Musiker, dann als DJ, dann als Veranstalter. Durch diese Veranstaltertätigkeit wurde er fast allen Erkelenzern bekannt: Jopen hat vor neun Jahren die Organisation des Lambertusmarktes übernommen.

FOTO: Laaser Jürgen

"Eigentlich wollte ich Profimusiker werden", bekennt er im Gespräch. Der Rhythmus liegt ihm im Blut, das Schlagzeug ist sein Instrument geworden; nicht unbedingt als Liebe auf den ersten Blick, vielmehr als sinnvolles, zu ihm passendes Instrument. Orgel, Keyboard, Klavier oder Gitarre kamen nicht in Frage, nachdem er als Zehnjähriger bei einem Unfall Teile zweier Finger an der rechten Hand verlor. "Das Trommeln macht mir Spaß, nachdem ich mit dem Instrument Freundschaft geschlossen hatte." Die Karriere nahm ihren Lauf, der bekennende Erkelenzer gab weltweit in Bands den Rhythmus vor, mit "Clou Experience" tourte er in China ebenso wie in Spanien, und er sorgte für die Tanzmusik beim Deutschen Filmball in München. Gastspiele bei "Montevideo" stehen ebenfalls in seiner Vita. "Jetzt sind die 'Kölsche Adler' mein musikalisches Baby", schwärmt Stephan Jopen, der glaubt, dass diese Band im Karneval am Rhein richtig durchstarten wird.

Aber die Tätigkeit als Schlagzeuger allein füllt das Leben eines Freiberuflers, der selbst und ständig anpacken muss, nicht unbedingt aus. Ein ehemaliger Klassenkamerad motivierte ihn dazu, als Diskjockey auf Partys für die passende Musik zu sorgen. Nunmehr tourt Jopen als DJ durch die Republik. Für Galas wird er ebenso gebucht wie für Partys, Hochzeitsfeiern oder andere Ereignisse, bei der gute und passende Musik für Unterhaltung, Untermalung oder als Tanzbasis benötigt wird. Damit hat Jopen sein berufliches Tätigkeitsfeld aber immer noch nicht umfänglich beschrieben. Der umtriebige Mann, der mit seiner Frau und den beiden Kindern mitten in Erkelenz lebt, hat sich inzwischen auch als Veranstalter einen Namen gemacht. Man kennt ihn in der Musikszene, er kennt nicht nur Stars und künftige Stars, er hat auch die Beziehungen zu den Agenturen und den Managern. Dabei sucht er nicht unbedingt das Rampenlicht.

FOTO: Jopen

Wie Jopen bei seiner Musik mit dem Schlagzeug immer hinter den Bandkollegen steht, sich dort gewissermaßen aus dem Rampenlicht schleicht, so hält er sich auch bei seinen Veranstaltungen zurück. Manch einer weiß gar nicht, dass Stephan Jopen hinter dem Ereignis steckt, wie etwa beim Auftritt von Götz Alsmann in der Erkelenzer Stadthalle, den er in Zusammenarbeit mit seinem Freund Jürgen Laaser aus Hückelhoven möglich gemacht hat.

"Ich hätte nichts dagegen, kürzer zu treten", räumt Jopen ein; nicht zuletzt der Familie wegen. Prioritäten setzen, ist das Stichwort. "Worauf kann ich am ehesten verzichten?" Die Antwort auf diese Frage fällt ihm leichter als die nach seinem Beruf: auf die Organisation von Veranstaltungen. Das finanzielle Risiko ist nicht zu unterschätzen - und da zeigt sich die gute Basis. Das Rechnen mit spitzer Feder und eine gewissenhafte Buchführung sind Überbleibsel der Ausbildung bei der Bank.

Also wird der "kölsche Adler" und der DJ Jopi demnächst weniger als Organisator auftreten. Nur von einer Veranstaltung lässt er nicht die Finger: vom Erkelenzer Lambertusmarkt.

Quelle: RP
 
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