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Erkelenz
Teilen als Sinn des Festes vermitteln

Erkelenz. Heute reitet St. Martin durch Gerderath. Die Organisatoren wollen den Sinn des traditionellen Martinsfestes wieder stärker in den Mittelpunkt rücken. Von Anke Backhaus

Das Martinsfest ist eigentlich das ganze Jahr über ein zentrales Thema in den Familien von Alexandra Riss und Konstantin Dell. Beide sind Eltern von Kindern, die die Gemeinschaftsgrundschule in Gerderath besuchen. Und da steht heute ein großes Fest ins Haus - gemeinsam mit allen Gerderather Kindern findet heute ab 18 Uhr, Start an der Grundschule, St. James-Straße, der St. Martinszug und damit eben das traditionelle Martinsfest statt.

Ehe die Kinderschar mit ihren Familien zum Martinsfest kommen, haben die Helfer heute noch eine Menge zu tun. 900 Martinstüten wollen gepackt werden, ehe sie nach dem Zug an die Kinder verteilt werden. 900 sind eine große Menge, was aber allein deswegen nicht verwundert, weil Gerderath eben der größte aller Erkelenzer Ortsteile ist. An der Spitze des Organisationsteams stehen Alexandra Riss und Konstantin Dell.

Wenn sie über das bevorstehende Fest reden, dann wird ganz schnell klar, mit wie viel Herzblut sie sich für die Kinder engagieren. Beide stammen ursprünglich aus Kasachstan, sind in Gerderath aber längst heimisch geworden. Für sie ist es das vierte Mal heute, dass sie den Zug auf den Weg schicken. Dabei ist die Tradition des Martinsfestes viel älter in Gerderath. Alexandra Riss und Konstantin Dell haben recherchiert: Seit den frühen 1950er Jahren gibt es in Gerderath offenbar das Martinsfest, Familie Steffens von der Genenderstraße war dafür wohl verantwortlich, später dann die Feuerwehr-Löschgruppe Gerderath.

Die Motivation, warum sie sich so sehr für das Martinsfest engagieren, begründen Alexandra Riss und Konstantin Dell so: "Die Tendenz ist klar erkennbar, dass der Sinn, warum wir den Martinstag feiern, nach und nach verlorenzugehen scheint. Dem wollen wir entgegenwirken. Uns geht es darum, den Kindern den Gedanken des Teilens zu vermitteln." Darin eingebunden ist auch, dass die Gerderather lange im Vorfeld des Martinszuges von Haus zu Haus laufen, um Spenden zu sammeln. Konstantin Dell: "Das Geld, das dabei zusammenkommt, fließt in den Inhalt der Tüten für die Kinder." Denn: Es gibt Familien, deren finanzielle Mittel nicht gut bestückt sind. Dell: "Jedes Kind, das einen der Gerderather Kindergärten und die Grundschule besucht, ist berechtigt, eine Tüte zu bekommen." Diese werden übrigens nach dem Zug an der Grundschule verteilt. "Wir wünschen uns, dass die Familien wieder mehr verweilen, das Fest auf sich wirken lassen und nicht direkt nach Hause gehen, wenn die Kinder ihre Tüten bekommen haben", sagen Alexandra Riss und Konstantin Dell übereinstimmend. Dann nämlich, sei doch viel Zeit für Gespräche und für Kakao und Glühwein gegeben.

Die Gerderather sind von den Organisatoren per Infozettel darauf aufmerksam gemacht worden, nach Möglichkeit die Häuser am Zugweg zu schmücken.

Stellvertretend für das Organisationsteam danken Alexandra Riss und Konstantin Dell allen, die das Martinsfest in vielfältiger Weise unterstützen. "Die Dorfgemeinschaft und damit die Ortsvereine und viele Einzelpersonen sind da, wenn es darum geht, dieses Fest für die Kinder zu organisieren. Vor allem auch Monika Natrup, die Schulleiterin der Grundschule, ist stets für diese gute Sache da." Auf dem Kirmesplatz an der Franz-Nekes-Straße findet im Verlauf des Zuges das Martinsfeuer statt.

Quelle: RP
 
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