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Erkelenz
"Tiet för et Chresfest"

Erkelenz: "Tiet för et Chresfest"
Weihnachtlicher Mundartabend des Heimatvereins der Erkelenzer Lande: Hier erzählt Hildegard Schulze dem interessierten Publikum einige lustige Anekdoten. FOTO: Jürgen Laaser
Erkelenz. Der Heimatverein der Erkelenzer Lande hatte wieder zum Mundartabend eingeladen, der diesmal in weihnachtlichem Glanz erstrahlte. Mit Liedern und Texten stimmten die Ausführenden auf das Weihnachtsfest ein. Von Herbert Grass

"Ausverkauft", so die Antwort von Theo Goertz, dem Geschäftsführer des Heimatvereins der Erkelenzer Lande, auf die Frage nach der Zahl der Anwesenden beim Weihnachtlichen Mundartabend, zu dem der Verein zum bereits neunten Mal eingeladen hatte. Im stilvoll weihnachtlich dekorierten Saal bei "Müllers-Platz" begrüßte Günther Merkens, der Vorsitzende des Heimatvereins, Mitglieder, Stammgäste und Mundartfreunde, die zum ersten Mal dabei waren. Und auch die fühlten sich sichtlich wohl, geizten nicht mit Beifall.

Auch diesmal stark vertreten waren die Freunde aus der Nachbarstadt Wegberg vom Historischen Verein mit ihrem Vorsitzenden Karl Küppers sowie Ehrenbürgermeisterin Hedwig Klein. Nachdem der Vorsitzende dann für die Moderation des Abends die Regie an Cheforganisator und, so Merkens, "Mundartpapst" Theo Schläger übergeben hatte - der wollte von einer großen Moderation aber nichts wissen ("Hier wird nicht groß moderiert, wir legen gleich los") - , wurde mit zwei gemeinsam gesungenen Liedern das Programm eröffnet. Wie schon von Theo Schläger in der Einladung angesprochen, ist Weihnachten schon etwas Besonderes, und deshalb auch der "Weihnachtliche Mundartabend".

Und die Vorweihnachtszeit bestimmte dann auch das Thema der Vortragenden mit Liedern, Gedichten, Erzählungen. Auch wie immer rekrutiert aus dem Kreis der Mitglieder, Gäste - nicht nur aus Erkelenz. Als Erster ging Leo Lemmen ans Mikrofon und stellte die Probleme mit "Weihnachte un et Finanzamt" vor. Ihm folgte Anni Lemmen mit "Tiet för et Chresfest". Gleich darauf Franziska Lemmen mit "Leev Tant Billa". Danach wurde wieder gemeinsam gesungen, ehe Hildegard Schulz locker flockig gleich für mehrere Vorträge - mit viel Schmunzeln begleitet - nach vorne ging. Ihr folgte Herbert Gehlen aus Waldniel mit seiner "Jeschichte ut Neel". Dann ging's Schlag auf Schlag. Erst stellte Roswitha Dietermann klar, dat "Et Chreskenk völl Ärbeet hätt", ehe dann Anita Dittberner mit "Ech weet Bescheed" und "Am Daach vör Hellichovend" viel Beifall einheimste.

Ganz viel Applaus gab's auch für Heinz Küppers, der mit "Un et Chreskenk es trotzdem komme" die Flucht und Evakuierung seiner Familie und vieler Houverather Mitbürger im Jahr 1944 schilderte. Bis ins angestrebte Exil in Waldbröl seien aber etliche Hindernisse zu überwinden gewesen. So habe man unter anderem in Köln zwei "Ferkes" (Schweine) und en "Koh" (eine Kuh) als Wegezoll entrichten müssen. Und trotzdem hat Mutter es geschafft, nach Erreichen des Ziels in Waldbröl einen Weihnachtsbaum aufzustellen. "Un et Chreskenk es trotzdem komme" - eben.

Nach einer Pause folgten gemeinsam gesungene Lieder. Heinz Essers Geschichte (Wat wüer, wenn Jesus hüüt jebuare wüet) über ein syrisches Paar, das sein gerade geborenes Kind auf einen Strohballen legen muss, berührte, schmunzelte man über "Omas Hellisch Ovend" und "Kreesfääs-Frisur". Mit Agnes Winkens (Tojeschni-et, Weihnachte fröher) und Karl Bertrams (D'r dredde Advent), ging es dann weiter. Ganz besinnlich und nachdenkenswert danach Lieder und Gedichte, von Theo Schläger vorgetragen.

Ehe der Abend mit "Stille Nacht, heilige Nacht", selbstverständlich auf Mundart umgetextet und gemeinsam gesungen, nach rund zweieinhalb Stunden zu Ende ging, wollte Theo Schläger noch eine ganz besondere Anerkennung loswerden. Mit einer Urkunde und einem selbst verfassten Gedicht bedankte er sich bei Geschäftsführer Theo Görtz für dessen Unterstützung, wo auch immer man sie benötige.

Quelle: RP
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