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Erkelenz
Trickbetrüger und Trickdiebe unterwegs

Erkelenz. Vorfälle in Erkelenz, Heinsberg und Wassenberg. Polizei schließt weitere Taten nicht aus.

Mit sechs Fällen von Trickbetrug und Trickdiebstahl beschäftigt sich aktuell die Polizei im Kreis Heinsberg. Vier davon verliefen nach einem gleichbleibenden Muster, dem sogenannten Enkeltrick. Vor allem hier warnt die Polizei, weil sie weitere Trickbetrügereien dieses Musters nicht ausschließen kann.

Donnerstag erhielt eine 84-jährige Frau aus Heinsberg einen Anruf von ihrem angeblichen Neffen. "Er gab an, er befände sich wegen eines Immobilienkaufs in Geldnot und würde dringend Bargeld benötigen. Die alte Dame ließ sich überreden, zur Bank zu gehen und Geld abzuheben. Kurz darauf erschien ein Mann, der sich als Mitarbeiter eines Notars ausgab. Ihm übergab sie, wie von ihrem angeblichen Neffen telefonisch gefordert, das Geld", berichtete gestern Polizeisprecherin Angela Jansen. Auch in Wassenberg und Erkelenz seien in den vergangenen Tagen drei Senioren von angeblichen Enkeln oder Neffen angerufen und gebeten worden, Geld zu überweisen oder zu übergeben. In dem Heinsberger Fall sucht die Polizei jetzt einen Mann, der etwa 20 bis 25 Jahre alt, kleiner als 1,70 Meter und sehr schlank ist. Er trug dunkle Kleidung, eine Brille und dunkle kurze Haare. Er sprach akzentfrei Hochdeutsch, wirkte aber südosteuropäisch. "Als die Dame bemerkte, dass sie Opfer eines Betruges geworden war, zeigte sie die Straftat bei der Polizei an", berichtete Jansen. In den weiteren Fällen sei es hingegen bei Versuchen geblieben: "Die Betroffenen überprüften die Angaben bei ihren tatsächlichen Verwandten beziehungsweise beendeten das Telefonat. So fielen sie nicht auf die Betrüger herein und informierten sofort die Polizei."

Opfer eines Trickdiebes wurde am selben Tag eine 81-jährige Frau aus Erkelenz. Nach einem Einkauf wollte sie ihr Fahrrad aufschließen und nahm dafür den Schlüssel aus ihrer Geldbörse. "In dem Moment sprach sie ein ihr unbekannter Mann an, ob sie ihm einen Geldschein wechseln könne. Als sie dies ablehnte, griff der Mann mit seinen Fingern in das Münzfach des Portemonnaies, das sie in der Hand hielt", beschrieb Angela Jansen gestern die Tat. Die 81-Jährige habe den Unbekannten daraufhin resolut aufgefordert, sich zu entfernen, woraufhin der Mann tatsächlich auch zu Fuß wegging. Dennoch musste die Erkelenzerin später feststellen, "dass ein größerer Bargeld-Betrag aus ihrer Geldbörse fehlte". Der Täter ist etwa 45 Jahre alt, 1,75 bis 1,80 Meter groß und hatte eine kräftige Statur. Er wirkte südeuropäisch und hatte dunkles, volles Haar. Der Mann war mit einer dunklen Hose und einem hellblauen Hemd bekleidet und hatte eine gepflegte Erscheinung. Er sprach Deutsch mit unbekanntem Akzent. Hinweise nimmt die Polizei unter der Nummer 02452 9200 entgegen.

Ebenfalls am Donnerstag kam es nachmittags in einem Bürogebäude in Heinsberg zu einem Trickdiebstahl, das ein Mann betreten hatte und einer Mitarbeiterin ein Klemmbrett vorhielt, auf dem er um eine Spende bat. Die Frau gab einen kleinen Geldbetrag, legte sein Klemmbrett auf dem Schreibtisch ab und stahl dabei das Handy der Frau.

(spe)
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