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Erkelenz
Umsiedler bekommen mehr Freiheit bei Dachform

Immerath - ein Geisterort
Immerath - ein Geisterort FOTO: sola-donum
Erkelenz. Der Braunkohlenausschuss gewährt den künftigen Umsiedlern beim Hausbau mehr Gestaltungsmöglichkeiten.

Am künftigen Umsiedlungsstandort für Keyenberg, Kuckum, Berverath, Ober- und Unterwestrich sollen die Freiheiten bei der Dachform und Haushöhe vergrößert werden. Darauf verständigte sich der Erkelenzer Braunkohlenausschuss. Auf dessen Tagesordnung hatte jetzt der Bebauungsplan für den neuen Ort gestanden, der zwischen Rath-Anhoven und Borschemich (neu) entstehen wird. Beispielsweise sollen durchgängig Flachdächer erlaubt sein, wovon die Stadtplaner zunächst abgesehen hatten. Nach Rücksprache mit dem Bürgerbeirat, der die Interessen der Umsiedler wahrnimmt, wurde diese Möglichkeit nun doch eingeräumt.

Dass in Zukunft ein- neben zweigeschossigen Häusern entstehen können, kritisierte Gabi Clever von den Grünen. Man könnte sich eingeengt fühlen, befand sie. Manfred Orth, der Leiter des städtischen Planungsamtes, entgegnete, die Bürger hätten den Wunsch nach größerer Gestaltungsfreiheit in allen Diskussionen und Abfragen an die Stadt zurückgespiegelt. Einstimmig, bei vier Enthaltungen, stimmte der Braunkohlenausschuss am Donnerstagabend der öffentlichen Auslegung des Bebauungsplans für den Umsiedlungsstandort zu.

Menschenkette gegen Braunkohletagebau in Garzweiler FOTO: dpa, obe cul

Einstimmige Zustimmung, bei drei Enthaltungen, gab es in demselben Ausschuss für die "Ortsspezifischen Regelungen zur Umsiedlung von Keyenberg, Kuckum, Berverath, Unter- und Oberwestrich", welche Erkelenz am 25. September vertraglich mit dem Energiekonzern RWE Power schließen will. Geregelt wird darin zum Beispiel, wie viel Geld die Umsiedler für Ersatzpflanzungen in ihren neuen Gärten erhalten, welchen Wert Altgrundstücke besitzen und wie der Erwerbsprozess aussieht. Festgehalten ist in den Regelungen auch, dass RWE den Neubau von Passivhäusern am Umsiedlungsstandort pauschal mit 2350 Euro pro Haus fördert, dass im neuen Ort ein Breitbandnetz gelegt wird und die Kosten für die Herstellung eines Telekommunikationshausanschlusses mit 400 Euro bezuschusst werden. "Weil die ,Revierweiten Regelungen' zur Umsiedlung, die der Braunkohlenausschuss bei der Bezirksregierung in Köln im Juni beschlossen hat, weiter als einst für Immerath, Lützerath, Pesch und Borschemich gehen, fallen die ,Ortsspezifischen Regelungen' diesmal knapper aus", erklärte Dr. Hans-Heiner Gotzen, der Erste Beigeordnete der Stadt.

Vorberaten worden waren die Regelungen mit dem Bürgerbeirat der fünf Orte. Bevor sie als Vertrag am 25. September geschlossen werden können, müssen noch der Hauptausschuss und Stadtrat zustimmen.

Oktober 2013: Ansichten des Immerather Doms FOTO: dpa, Oliver Berg
(spe)
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