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Erkelenz
Umzug in den Gerichtsneubau ab August

Erkelenz: Umzug in den Gerichtsneubau ab August
Bauleiter Christoph Otten (li.) und Bernd Klass vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW am Treppenaufgang zum zentralen Foyer im ersten Obergeschoss, wo die Gerichtsräume derzeit ausgestattet werden. FOTO: Knappe Jörg
Erkelenz. Das neue Amtsgericht am Bahnhof in Erkelenz steht kurz vor der Fertigstellung. Maler, Schreiner und Installateure sind mit dem Endausbau beschäftigt. Ende Juli erfolgt die Übergabe an die Justiz. Ein Rundgang durchs neue Haus. Von Angelika Hahn

"Wir haben Glück gehabt", sagt Bauleiter Christoph Otten. Das Hagel-Unwetter vor dreieinhalb Wochen hat nur vergleichsweise geringe Schäden am Neubau des Erkelenzer Amtsgerichts hinterlassen. Einige Fensterbänke wurden zerbeult, Blechabdeckungen leicht beschädigt - es ist noch mal glimpflich abgegangen. So dass Otten und Bernd Klass, Sprecher des federführenden Bau- und Liegenschaftsbetriebes NRW/Niederlassung Aachen, beim Rundgang durchs Gebäude zufrieden feststellen konnten: "Wir liegen gut im Zeitplan."

Der Endausbau ist in vollem Gange. Beide sind optimistisch, dass der Bau Ende Juli an die Justiz übergeben werden kann und Mitte August mit dem schrittweisen Umzug der rund 80 Beschäftigten in den sechsgeschossigen Bau begonnen werden kann, dessen beide Untergeschosse eine breitere Sockelzone mit einem Kolonadenbereich zur Kölner Straße hin bilden.

Seit Juni ohne Gerüst, zeigt sich die Außenhaut des Neubaus dezent profiliert dem Betrachter. FOTO: Jörg Knappe

Wie zeigt sich derzeit nun die Baustelle? Seit Anfang Juni die Gerüste verschwanden, ist die Fassade aus einem plastisch gestalteten Wärmeverbundsystem nun in ihrer Wirkung zu betrachten. Auf den ersten Blick aus Richtung Bahnhof wirkt das Gebäude hell und kühl, Otten und Klass aber plädieren für genaueres Hinsehen. Beide haben festgestellt: "Mit Sonnenstrahlen und wechselndem Licht zu verschiedenen Tageszeiten entfaltet die Fassade eine lebendige Plastizität."

Zurzeit sieht man außen noch Gräben am Sockel, der mit Betonwerkstein verblendet wird. Drinnen haben dagegen schon die Feinarbeiten begonnen. Die Schutzabdeckung im Treppenhaus verdeckt die schon fertigen, mit Betonwerkstein versehenen Stufen, die repräsentativ hinauf ins erste Oberschoss führen, wo sich die zentrale Halle vor den fünf Verhandlungssälen weitet. Grün-grauer Wandputz verbreitet Gediegenheit, ebenso wie Parkett und Nussbaum-Ausstattung in den Verhandlungsräumen, wo die Möblierung schon begonnen hat. Vier je 45 Quadratmeter große Säle sind Zivilverfahren vorbehalten, im größten, 54 Quadratmeter großen Strafgerichtssaal steht schon die Umrandung für den Richtertisch auf einem Podium, das natürlich mit Rampe barrierefrei erreichbar ist. Dem Schallschutz dienen Stofftapeten. Auch Lampen und noch "verpackte" Geländer sind in der offenen Halle schon installiert. Während es im seitlichen Treppenhaus zu den Büros in den vier Obergeschossen des "Turms" noch nach Baustelle aussieht. Doch auch hier sind die Elektroinstallationen weitgehend fertig, die derzeit schon vom TÜV geprüft werden.

An der dem Konrad-Adenauer-Platz abgewandten Seite ist die Anfahrt für die künftigen Angeklagten zu sehen, drinnen zeigt sich der Sicherungsraum, also die Betonwartezelle mit Stahltür, schon einigermaßen unheimlich und bereit für die ersten "Klienten", die über eine separate Treppe den Strafgerichtssaal erreichen.

Derzeit ist der Konrad-Adenauer-Platz noch durch Baustellengitter, Liefer- und Firmenwagen zugestellt, der Brunnen fest in einer Holzverschalung eingefasst. Parallel zum Umzug, so ist zu erfahren, soll dann auch wieder der Vorplatz Gestalt annehmen, die Pflasterung werde nach den Vorgaben der Stadt wiederhergestellt, erläutert Otten.

Die Geschichte des Neubaus umfasst einige Holperer. 2008 hatte es bereits einen Architektenwettbewerb für den Gerichtsneubau gegeben, den die Berliner Architekten Weinmiller (auch aktuell aktiv) gewannen. Dann tat sich lange nichts, weil das Geld fehlte. Bis endlich im April 2014 der symbolische erste Spatenstich getan werden konnte - von Landesjustizminister Thomas Kutschaty höchstselbst.

Quelle: RP
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