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Erkelenz
Ungebrochene Experimentierfreude

Erkelenz: Ungebrochene Experimentierfreude
Der Mönchengladbacher Künstler Friedhelm Beilharz vor seinen mit Mitteln der Collage überarbeiteten Werken. Nach wie vor probiert der Künstler gerne Neues aus, verändert seine alten Bilder durch neue Techniken. FOTO: Laaser
Erkelenz. Die Galerie "Pro Arte" eröffnete eine Ausstellung mit Collagen des Kunst-"Grandseigneurs" Friedhelm Beilharz (87). Von Kurt Lehmkuhl

Den Reigen der beachtenswerten Ausstellungen in seiner Galerie am Franziskanerplatz in Erkelenz setzt der Förderkreis Pro Arte mit einer Präsentation von Werken des 87-jährigen Friedhelm Beilharz aus Mönchengladbach unter dem Titel "Aus Kunst wird neue Kunst" fort. Die Schaffenskraft des Seniors sei ungebrochen, sagte Hans-Dieter Wilms, Geschäftsführer des Fördervereins, bei der Ausstellungseröffnung. "Das lässt ihn auch heute noch zu Pinsel, Farbe und Leinwand greifen, auch wenn er sie jetzt oft gegen Schere, Lineal und Papierstreifen austauscht." Dank der neuen Werkmittel entstehen neue Werke, indem er eigenen alten Werken durch eine ungewöhnliche Veränderung eine neue Interpretation gibt. In Streifen geschnittene eigene Plakate, Reproduktion und Drucke legt Beilharz auf die alten Gemälde, so dass dadurch ein neues Werk aus zwei Ebenen entsteht, das ursprüngliche Bild und die farbliche und geometrisch passende Collagen darüber. "Streifencollagen sind die neuesten Impressionen", erläuterte Wilms, entstanden durch die Technik "bei-Collage."

Beilharz, den er als "malenden Grandseigneur" bezeichnete, spanne den Bogen von mythologischen Gedankengängen bis hin zu aktuellen Themen der Gegenwart, so Wilms. Neben gegenständlichen und selbst sprechenden Bildaussagen benutze der Künstler, der seit weit über 40 Jahren zu den festen Größen der Kunstszene im Rheinland gehört, auch stark verfremdete Deutungen. Beilharz selbst kommentiert die Ausstellung der 48 Werke knapp: "Sie geben einen Überblick über mein Leben". Ein Leben, das ihn in alle Welt und zu vielen Religionen führte. Von einer besonderen Begebenheit bei seiner Reise in den Orient berichtete Wilms: "Bevor die IS-Terroristen in Syrien das Hadrianstor, das Tor von Palmyra, in einem ungeheuerlichen Akt unfassbarer Zerstörung sprengten, verewigte es Friedhelm Beilharz in seiner Zeichnung in Blau für die Zukunft in voller Schönheit und Einmaligkeit."

Beilharz habe mit den Streifencollagen eine neue Kunstrichtung schaffen wollen. Beilharz dankte insbesondere seiner ehemaligen Kunstschülerin Marlis Liesen, die die Ausstellung bei Pro Arte in die Wege geleitet hatte.

Der Vereinsvorsitzende Willy Arlt, der für die Hängung der Werke verantwortlich zeichnet, erklärte, "Beilharz' Kunst ist keine, die man im Vorbeigehen genießen kann." Jedes einzelne Werk verlangt es, vom Betrachter "durchschaut" zu werden, damit die Doppeldeutigkeit und die Hintergründigkeit erkannt werden können. "Für den Betrachter sind die Werke ein Hort unendlich vieler Eindrücke."

Quelle: RP
 
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