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Erkelenz
Venraths Mönch-Orgel feiert Jubiläum

Erkelenz: Venraths Mönch-Orgel feiert Jubiläum
Kantor Stefan Emanuel Knauer beim Konzert an der Venrather Mönch-Orgel, die in diesem Jahr 25 Jahre alt wird. Aus diesem Anlass gab es das Konzert und anschließend einen Empfang. FOTO: Jörg Knappe
Erkelenz. Mit einem begeisternden Konzert von Kantor Stefan Emanuel Knauer wurde die Orgel in St. Valentin Venrath gefeiert. Sie wurde vor 25 Jahren eingeweiht. Das Instrument zählt zu den schönsten neuen Orgeln im Erkelenzer Land. Von Willi Spichartz

Sie ist klein und selbstverständlich fein, deshalb passt sie perfekt in die kleine Kirche St. Valentin in Venrath, die Mönch-Orgel. Sie wurde vor 25 Jahren eingebaut. Kantor Stefan Emanuel Knauer brachte ihr am Sonntag ein Geburtstagsständchen, natürlich auf ihr selbst. Die starke Hundertschaft zuhörender Genießer in den Kirchenbänken erhob sich nach sechs Stücken und mehr als einer Stunde Orgelvergnügens zu Ovationen. Mit Gordon Youngs "Prelude", liedhaft-schön, als Zugabe verdiente sich der Kantor nochmals Ovationen. Dann ging's aber zum kleinen Umtrunk des Ortsausschusses ins Pfarrheim.

Pfarrer Werner Rombach begrüßte eingangs die Orgel-Enthusiasten, die angesichts von Parkplatzknappheit beileibe nicht nur aus Venrath kamen, zur "Königin" der Instrumente, die vor 25 Jahren "musikalisch und optisch" gut in das Kirchlein und das Gehäuse der neugotischen Vorgängerin des Aachener Unternehmens Stahlhut eingefügt worden war.

Rombach reflektierte über die Orgel auch als liturgisches Element, das erst mit der Weihe seinen regulären Platz im Mess-Geschehen erhalte, so dass jetzt zurecht 25 Jahre begangen würden, denn 1991 sei die Weihe "vollzogen worden". Heute sei immer noch hörbar, dass sich die Mühen und Investitionen in Kraft und Finanzen gelohnt hätten. Mit zunächst eher feinen, später dann doch kraftvollen Tönen startete Stefan Emanuel Knauer, der dazu des Niederländers Jan Pieterszoon Swelinks (1562 - 1621) "Allein Gott in der Höh sei Ehr" gewählt hatte, zwischen Renaissence und Barock angesiedelt.

Perlend-spielerischer Barock dann die "Offertoire sur le Grand Jeux" von Francois Couperin (1668 - 1733), Hofkomponist Ludwig XIV., Passagen dabei, die eher selten zu hören sind in der Orgelliteratur.

Als "Tour d'Horizon" durch die instrumentalen Möglichkeiten der "Königin" legte der Kantor "Freu dich sehr, o meine Seele", einem Choral mit elf Variationen von Georg Böhm (1661-1733), vor, bei dem passend die Sonne durch die bunten Kirchenfenster zu scheinen begann.

Gemäß der Tempoangabe im Titel "Andante mit Variationen D-Dur" kam Felix Mendelssohn-Bartholdys (1809-1847) ruhig rüber vor dem Finale, für das Stefan Emanuel Knauer zwei Stücke von Johann Sebastian Bach (1685-1750), dem Barock-Klassiker überhaupt, gewählt hatte. In sich gekehrt, sinnierend-fromm die Choralbearbeitung "Schmücke dich, o liebe Seele", im Werkverzeichnis (BWV) die Nummer 654. Als machtvoller Höhepunkt und Abschluss dann "Toccata und Fuge E-Dur BWV 566 in C-Dur", der etwas weniger bekannten Komposition als die "Toccata und Fuge d-Moll BWV 565", dem wohl bekanntesten Orgelstück überhaupt, das vor fast 45 Jahren gar von der niederländischen Symphonic-Rock-Gruppe "Ekseption" erfolgreich in die Charts gebracht wurde.

Auch der Kantor zeigte sich gegenüber der RP mehr als zufrieden: "Es hat Spaß gemacht, für dieses Publikum zu spielen. Und das auf der ganz besonderen Mönch-Orgel, von denen es in der Region kaum eine weitere gibt."

Quelle: RP
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