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Erkelenz
Verantwortung für die Schöpfung

Erkelenz. In der Sacro-Pop-Kantate "7 Tage sind nicht genug" hat Kirchenmusiker Theo Schläger gesellschaftliche, ökonomische und individuelle Entwicklungen sowie Handlungsmöglichkeiten und -notwendigkeiten musikalisch verdeutlicht. Von Willi Spichartz

"Es ist schön zu leben, wie wir das gerade gehört haben. Dieser Abend ist eine Einheit von Musik, Texten und Bildern, es wurde ein ganz großer Bogen geschlagen. Es ist deutlich geworden, dass wir ab dem 8. Tag die Verantwortung für die Schöpfung übertragen bekommen haben!" Besser als Pfarrer Günter Salentin konnte man Würdigung und Dank am Sonntagabend in der Katzemer Kirche für die Sacro-Pop-Kantate "7 Tage sind nicht genug" nicht ausdrücken - Adressat von Worten und Riesenbeifall der Zuhörer und Zuschauer war Theo Schläger, der 21 Songs getextet und komponiert hatte. Eine ebensolche Zahl von verbindenden Texten zwischen den Songs stammt ebenfalls vom langjährigen Kirchenmusiker und Lehrer.

Weit mehr als 100 Menschen aller Altersstufen hatten sich in der Katzemer Kirche eingefunden, um rund 50 Akteure bei der Umsetzung eines Werks zu erleben, für das seit Anfang des Jahres geprobt worden ist. Und dass es schon den jüngsten Sängerinnen, den "Little Voices" (ab acht Jahren), Spaß gemacht hat, ließ sich auch an der Tatsache ablesen, dass sie kaum vom Noten- und Textblatt ablesen mussten - wer auswendig singen kann, hat intensiv mit Spaß geprobt.

"Die Schöpfung bewahren" war der Ergänzungstitel der Kantate, den die drei Chöre der Katzemer und Lövenicher Kirchengemeinden, neben dem "großen" Chor noch die jungen Damen vom "Patchwork"-Ensemble, einstudiert hatten. In eingängigen Melodien und einfachen Texten lieferte die Kantate eine Zustandsbeschreibung der Welt, der Schöpfung, ohne in Pessimismus zu verharren, eingestreut immer die Aufforderung, die Welt zu analysieren und, vor allem, zu handeln.

Titel wie "Schau hin!", "Meckern kann jeder", "Helft doch!", "Als die Bagger kamen" machten gesellschaftliche, ökonomische und individuelle Entwicklungen und Handlungsmöglichkeiten und -notwendigkeiten deutlich. Beinahe wie zur Dramaturgie gehörend, brach beim Lied "Der Tag bricht an" die Sonne plötzlich durch die Wolken und die bunten Fenster in die Kirche.

Wolfgang Eickmeier trug die verbindenden und hinweisenden Zwischentexte vor, die im Verein mit 107 großen und eindrucksvollen Bildern auf der Leinwand den Bogen zur Musik schlugen. Einstimmige und mehrstimmige Songs, wechselnde Besetzungen der Chöre und Solisten, die Trompete von Jürgen Vieten sowie die Querflöten von Eva und Vera Vieten machten die zwei Stunden zu einem lebendig-aussagekräftigen Vergnügen.

Dramaturgisch natürlich besonders ansprechend der Schluss-Song "Ech hänn dä Droom" ("Ich hab' den Traum" nach Martin-Luther-King) als Gospel - da verschmolzen Publikum und Musiker am Sonntagabend in Katzem zu einer singenden, klatschenden und (sich) bewegenden Einheit.

Quelle: RP
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