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Erkelenz
"Vereinigtes Volk wird niemals besiegt"

Erkelenz. Beim Klimacamp hielt Nnimmo Bassey, Träger des Alternativen Nobelpreises "Right Livelihood Award", einen Vortrag über "Bündnisse". Von Katrin Schelter

Den Braunkohleabbau stoppen und alternative Wege gehen - das sind zwei der vielen bedeutenden Ziele, die sich die Umweltaktivisten aus ganz Europa auf die Fahnen geschrieben haben, die am vergangenen Freitag ihre Zelte bei Lützerath aufschlugen. Das diesjährige Klimacamp im Rheinland, das zum zweiten Mal auch die Degrowth-Sommerschule unter dem Motto "Skills for System Change" beherbergt, hat mit seinem umfangreichen Programm und den zahlreichen Angeboten wieder Informations-und Aktionsmöglichkeiten für die umweltbewussten Teilnehmer geschaffen.

Dazu gehören vor allem die Impulsvorträge der in der Szene renommierten Gastredner. Hoher Besuch wurde im Camp jetzt begrüßt: der Träger des Alternativen Nobelpreises, Nnimmo Bassey, hielt im Programmzelt vor mehr als 250 Zuhörern einen Vortrag zum Tagesthema "Bündnisse schmieden - Solidarität leben und den Wandel organisieren".

Neben seinen Antrieben beschäftigte sich Bassey in seinem Vortrag vor allem mit internationaler Vernetzung und dem Widerstand im globalen Süden. Er kritisierte das fehlende Bewusstsein für die Existenznöte der entwicklungsärmeren Länder. "Wir sind nicht die einzigen Menschen, auch unsere Mitmenschen haben ein Recht darauf, in Würde auf diesem Planeten zu leben", betonte er. Probleme müssten erkannt, besprochen und gemeinsam bekämpft werden. Sich in gleichgesinnten Bündnissen zusammenzufinden, sei der erste Schritt zu einem Wandel und einer Besserung des Systems. "Die Stärke eines jeden Bündnisses liegt in seiner Vielfalt. Wir müssen uns gegenseitig verstehen und diese Vielfalt leben. Unsere Herangehensweisen mögen verschieden sein, aber unsere Ziele sind dieselben", sagte Bassey eindringlich.

Er prangerte die zerstörerische Logik bei Klimakonferenzen an, wo es weniger um die ernsthafte Suche nach Alternativen, als um den halbherzigen Versuch einer Emissionsbeschränkung gehe. Je stärker eine Nation die Umwelt verschmutze, desto mehr Macht habe sie nach dem derzeitigen Wirtschaftskonzept. Für ihn läge die einzige Möglichkeit einer akzeptablen Zukunftsperspektive darin, fossile Brennstoffe im Boden zu lassen, da Öl und Kohle nicht in Gänze hielten, was sie versprechen. "Es kann nicht so weitergehen, die Dinge müssen sich ändern, und zwar komplett. Das ist unvermeidlich", sagte er und erklärte weiter: "Wir kämpfen für eine Welt, in der das schwächste Individuum dasselbe Lebensrecht hat wie das stärkste. Die Dinge, die wir gemeinsam haben, sind die Dinge, auf die wir uns konzentrieren müssen". Seine leidenschaftliche Ansprache beendete er mit den Worten "A people united can never be defeated". Zu deutsch: Ein vereinigtes Volk kann niemals besiegt werden.

Auch Sheila Menon, Klimaaktivistin aus Großbritannien und zweite Rednerin des Tages, setzte sich mit Vernetzung auseinander, bezog sich jedoch auf die europäische Klimabewegung. Menon, die unter anderem in Proteste gegen den Londoner Flughafen Heathrow involviert war und sich in ihrer Heimat gegen Fracking einsetzt, betonte, wie wichtig es sei, sich international auszutauschen und sich der unterschiedlichen Umweltprobleme außerhalb des eigenen Landes bewusst zu sein.

Quelle: RP
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