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Worte Zur Woche
Vereinsleben in Gemeinschaft (um-)gestalten

Erkelenz. Wohin steuert das Ehrenamt, vor allem wer steuert das Ehrenamt? Diese Frage stellt sich immer häufiger, da sich immer seltener Menschen finden, die sich dauerhaft für eine solche Aufgabe binden lassen können oder wollen. Beruf und Familie, lange Wege zur Arbeitsstätte oder ausgedehnte Arbeitszeiten, Freizeitaktivitäten mit den Kindern oder Betreuung der eigenen Eltern - die Zeiten, um sich in einem Verein zu engagieren, sei es als einfaches Mitglied, Gruppenleiter oder Vorsitzender, sind für viele Menschen immer knapper bemessen. Dass sich das Ehrenamt in einem Wandel befindet, zeigt diese Woche ganz gut: Das Amt des Bezirksbundesmeisters der Schützenbruderschaften aus Erkelenz konnte bis auf Weiteres nicht wiederbesetzt werden, obwohl seit zwei Jahren feststand, dass der bisherige Amtsinhaber aufhören würde; dafür aber wächst zurzeit die Anzahl von Gruppierungen, in denen sich Menschen projektbezogen einbinden lassen. Jüngste Beispiele dafür sind die neue Dorfgemeinschaft für Keyenberg, Berverath, Unter- und Oberwestrich sowie der Zusammenschluss "Wir in Holzweiler", in denen sich Menschen für eine zukunftsgerichtete Entwicklung ihrer Dörfer einsetzen. Das Vereinsleben, welches Erkelenz, Wegberg, Hückelhoven und Wassenberg stark macht, ist im Wandel, der von allen in Gemeinschaft gestaltet werden muss, um sich ein lebendiges Gemeinwohl zu erhalten. Von Andreas.speen@ Rheinische-Post.de

Gestalten ist auch ein Stichwort für ein weiteres Thema der Woche: die Erkelenzer Innenstadt, wo für das Areal des einstigen Amtsgerichts am Bahnhof jetzt Investoren und deren Ideen gesucht werden, die Handel und Wohnen vereinen sollen. Es darf gespannt geschaut werden, was diese meinen, dort entwickeln zu können. Mode, Medien und Elektro, Lebensmittel - die Erkelenzer Bürger hätten so einige Wünsche, welche Geschäfte dort einziehen sollten.

Gestaltet worden ist bereits in Wassenberg: Jüngst wurde am Pontorsonplatz das Informationszentrum des Naturparks Schwalm-Nette eröffnet, und schon nach kürzester Zeit zeichnet sich mit dessen Ansiedlung für die Stadt ein Erfolg ab. Obwohl die Ausflugssaison noch gar nicht begonnen hat, haben das neue Angebot schon mehr als 500 Touristen genutzt.

Gestaltung nötig ist hingegen in Wegberg. Dort ist aufgrund zahlreicher Einbrüche in Schulen und Kindergärten ein Sicherheitskonzept umzusetzen, das nach Angaben der Stadtverwaltung seit November beraten wurde, von dem aber noch keine Maßnahmen umgesetzt worden sind. Dass in dieser Woche von der Polizei zwei mutmaßliche Täter aus Wegberg festgenommen werden konnten, ist ein Fahndungserfolg, darf aber nicht dazu verleiten, dieses Thema nun zurückzustellen. Denn in den vergangenen Monaten war die Zahl der Einbrüche in Wegberger Schulen so hoch wie noch nie.

Das Gegenteil von Gestalten erlebte in dieser Woche der alte Ort Immerath. Innerhalb von zwei Tagen wurde dort die einstige St.-Lambertus-Kirche für den nahenden Tagebau niedergerissen. Dem Erkelenzer Land fehlt nun ein Stück Heimat.

Quelle: RP
 
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