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Erkelenz
Verkehr anders durch Erkelenz führen

Erkelenz: Verkehr anders durch Erkelenz führen
Die Einbahnstraße soll umgekehrt werden. Dann würden Fahrzeuge vom Kölner Tor aus in die Straße hineinfahren und nicht um das neue Amtsgericht herum. FOTO: Laaser, Jürgen (jl)
Erkelenz. Ein politisches Bündnis aus CDU, FDP und FW-UWG möchte die Kölner Straße beleben: mit einer geänderten Durchfahrtrichtung, zusätzlichen Parkplätzen sowie einer testweisen Öffnung des Kölner Tors für Fahrzeuge. Von Andreas Speen

Es sollen nicht die letzten gemeinsamen Anträge sein, mit denen CDU, FDP sowie Freie Wähler/UWG die Entwicklung der Erkelenzer Innenstadt ins Auge fassen. Drei haben sie jetzt vorgestellt, die nach mehreren Gesprächen mit dem Gewerbering entstanden sind. Sie beschäftigen sich mit der Kölner Straße zwischen dem neuen Gerichtsgebäude, das mittlerweile im Rohbau fertiggestellt ist, und dem Kölner Tor. Sie formulieren den Bedarf von zusätzlichen Parkplätzen und schlagen Lösungen vor. Und sie fordern die Stadt Erkelenz dazu auf, die Verkehrsführung in zwei grundsätzlichen Punkten zu ändern: Die Einbahnstraße soll umgekehrt werden, und das Kölner Tor soll für den Autoverkehr freigegeben werden, zunächst in einem einjährigen Test.

"Die Verkehrsregelung und das Parken auf der Kölner Straße sind unübersichtlich und unbefriedigend", erklärt Werner Krahe (FDP). Man habe nachgemessen und festgestellt, dass sich die Straßenbreite rund um Hausnummer 38 dazu eignen würde, die Parkplätze nicht wie bislang parallel zur Fahrbahn, sondern senkrecht dazu anzuordnen. "In der Summe können wir elf zusätzliche Stellplätze schaffen", sagt Peter London (CDU). Mit dieser Änderung einhergehen soll nach Vorstellung von CDU, FDP sowie FW-UWG, dass alle Parkflächen auf der oberen Kölner Straße erkennbarer markiert werden, "damit das wilde Parken, wie wir es heute teilweise erleben, nicht mehr passiert", schildert Christopher Moll (FW-UWG) die Idee. Zu überlegen sei zudem, ob neue Poller gesetzt werden, die Autos bei einer Berührung weniger beschädigen.

Nicht nur die vor elf Jahren erneuerte obere Kölner Straße soll eine Veränderung erfahren, sondern zugleich das von Erkelenzern teils als trennend empfundene Kölner Tor. Jetzt, wo dort nur noch eine Buslinie hält (Erka-Bus), können sich die drei Ratsfraktionen vorstellen, die Fläche von der Süd- und Ostpromenade aus für den Autoverkehr zu öffnen. "Der sollte über die Seite zur Post geführt werden, und die andere Seite soll den Fußgängern und Radfahrern gehören", erklärt Krahe. Gestartet werden solle mit einer Testphase. "Verläuft diese positiv, wäre es denkbar, die neue Situation auch straßenbaulich hervorzuheben." Politiker und Gewerbering hoffen, "aus einem trennenden Bauwerk etwas Verbindendes zu schaffen", sagt Krahe. Dazu ergänzt Frank Rucman vom Gewerbering: "Von dieser Maßnahme, in Kombination mit einer Umkehrung der Einbahnstraßenregelung, verspricht sich der Einzelhandel eine Belebung für die obere Kölner Straße." Die Kunden könnten so schneller und unmittelbarer die direkten Parkplätze auf der Kölner Straße und in den großen Tiefgaragen an der Atelier- und Tenholter Straße erreichen, argumentieren die drei antragstellenden Ratsfraktionen. Polizei und Stadtverwaltung seien dazu befragt worden und hätten keine Bedenken geäußert - nichtsdestotrotz: CDU, FDP sowie FW-UWG (sie haben gemeinsam 26 der 49 Ratssitze) wollen keinen politischen Schnellschuss.

Nicht mehr in diesem Jahr sollen die drei Anträge durch die Ratsgremien gehen, sondern erst im Frühjahr 2016. "Wir wollen den Bürgern und den anderen Fraktionen die Zeit geben, sich mit Kritik oder eigenen Anregungen zu beteiligen", sagt Werner Krahe. Dass diese Zeit nötig sein wird, hat sich am Donnerstagabend bereits im Hauptausschuss gezeigt. Dort erklärten die Grünen zur Mitteilung über diese drei eingegangenen Anträge, dass ihnen lieber wäre, einmal grundsätzlich das Erkelenzer Verkehrskonzept und dann in Gänze zu beraten. Von der SPD wiederum war zuvor schon im Rathaus der Antrag eingegangen, das Erkelenzer "Parkraumkonzept grundlegend zu überarbeiten".

Quelle: RP
 
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