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Erkelenz
Verkehrssituation auf Kölner Straße ändern

Erkelenz: Verkehrssituation auf Kölner Straße ändern
Vom Busbahnhof (unten) bis zum Kölner Tor: die Kölner Straße in Erkelenz. FOTO: Jürgen Laaser
Erkelenz. Alle im Erkelenzer Ausschuss für Stadtentwicklung befanden, dass an der Verkehrssituation im Zentrum was getan werden muss. Aber was? Darüber wurde gestritten. Rasche Änderungen wird es dennoch geben. Von Andreas Speen

Es ist kein Blick in die Kristallkugel nötig, um nach den ersten Diskussionen im zuständigen Bezirksausschuss und im Ausschuss für Stadtentwicklung zu ahnen: Das Kölner Tor in Erkelenz wird für ein Jahr testweise für den Verkehr geöffnet. Die Einbahnstraßenregelung auf der Kölner Straße wird zwischen neuem Amtsgericht und Tenholter Straße umgekehrt. Und die Parkplätze werden dort neu angeordnet, so dass zusätzlicher Parkraum entsteht.

Anträge dazu haben CDU, FDP und Freie Wähler/UWG gemeinsam gestellt. Auch die Bürgerpartei kann sich den Vorschlägen anschließen. Gemeinsam gibt es eine gute Mehrheit. SPD und Grünen können sich der hingegen nicht anschließen. Sie sprachen von "unzusammenhängenden Anträgen", "fehlendem Gesamtkonzept" oder "nicht zu erwartenden Verbesserungen". Fortgesetzt wird die Diskussion heute im Hauptausschuss sowie im Stadtrat am 9. März.

Der Gewerbering Erkelenz hatte vor mehr als zwei Jahren das Gespräch mit den Ratsfraktionen gesucht. Zu sprechen sei über Optimierungsmöglichkeiten für den Einzelhandel. Dem Abwandern der Kunden ins Internet sei entgegenzuwirken, hatte es geheißen. CDU, FDP und Freie Wähler/UWG berieten in der Folge mehrfach mit dem Gewerbering, dessen Vertreter ihnen deutlich machten, dass die Erreichbarkeit der Geschäfte auf der Kölner Straße und ein veränderter Verkehrsfluss für sie ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg seien. Klaus Steingießer, Stefan Muckel, Marwin Altmann (alle CDU) sowie Werner Krahe (FDP) wiesen im Ausschuss für Stadtentwicklung mehrfach darauf hin, und sie kündigten an, dass aus den Gesprächen mit dem Gewerbering noch weitere Anträge zu erwarten seien.

Auch SPD und Grüne sehen, dass etwas getan werden muss, um die Kölner Straße in diesem Abschnitt attraktiver zu gestalten. Jedoch: Ihre Vorstellungen gehen in eine andere Richtung als die vorgeschlagene. "Ich glaube nicht, dass es zielführend ist, wieder mehr Autoverkehr in die Innenstadt zu holen. Ich glaube nicht, dass dadurch leerstehende Ladenlokale wiederbelebt werden", erklärte Astrid Wolters (SPD) grundsätzlich. Parteikollege Dieter Spalink ging weiter und erklärte, die Kölner Straße solle "als Fußgängerzone gestaltet werden". Provozierend forderte er damit die drei Antragsteller dazu auf, noch einmal einen Schritt zurückzugehen und sich gemeinsam mit allen Fraktionen an einen Tisch zu setzen: "Lassen Sie uns alles in einem Gesamtkonzept betrachten und mit allen Nutzergruppen besprechen. Unserer Meinung nach muss beispielsweise auch die künftige Nutzung des heutigen Amtsgerichtsareals mit eingeplant werden." Er sei sich sicher, das sei der beste Weg zum Erfolg. Kompromisse seien auf diesem möglicherweise notwendig. Dazu sei die SPD bereit. "Gegen isolierte Aktionen", sprach sich auch Anna Maria Schroer (Grüne) aus. In dem Antrag, das Kölner Tor für den Verkehr öffnen zu wollen, sah Hans Josef Dederichs (Grüne) sogar "eine Gefährdung der Fußgänger und Radfahrer".

Die Antragsteller, unterstützt von der Bürgerpartei, hielten all diese Kritik und Forderungen für unangebracht. "Wer sagt, Autos gehörten aus dem Innenstadtbereich, der verschließt die Augen vor der Realität", stellte Karl-Heinz Frings (Bürgerpartei) fest. "Wir schaffen mehr Sicherheit, mehr Parkplätze, mehr Aufenthaltsqualität durch neue Bänke sowie mehr Übersichtlichkeit", kündigte Klaus Steingießer (CDU) an. "Unser Ziel ist eine Optimierung in kleinen Schritten", erklärte Marwin Altmann (CDU), über Jahrzehnte habe Erkelenz sich am "großen Wurf probiert, ihn aber nie verwirklicht. Die Kunden und die Gewerbetreibenden erwarten, dass wir auch mal handeln und nicht nur reden und wieder ein Gesamtkonzept erstellen." Und zuletzt stellte Peter Fellmin (Freie Wähler/UWG) fest, dass SPD und Grüne längst an der Neuplanung hätten mitarbeiten können: "Sie haben sich aber nicht in die vom Gewerbering angebotenen Gespräche eingebracht."

Mit zehn zu sechs Stimmen stimmte der Ausschuss für Standentwicklung für die drei Veränderungsanträge. Beratungen und Abstimmungen im Hauptausschuss und Stadtrat folgen.

Quelle: RP
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