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Worte Zur Woche
Von guten Zahlen und traurigen Entwicklungen

Erkelenz. Es ist die Zeit der Zahlen. Natürlich ist es auch die Zeit von Martinsfesten, Karnevalsauftakt und Proklamationen sowie ersten Adventsmärkten, vor allem aber ist gerade die Zeit der Zahlen. Wegberg, Erkelenz, Wassenberg, Hückelhoven und zuletzt die Heinsberger Kreisverwaltung haben die Entwürfe ihre Haushaltspläne erstellt und der Politik zur Beratung vorgelegt. Kurz und knapp ist festzustellen: Vieles ist gut, ausgeglichene Etas, erwartete Überschüsse, fortschreitender Schuldenabbau, seit 2013 erstmals konstante Kreisumlage und in Wegberg die Hoffnung, früher aus der Haushaltssicherung herauskommen zu können. Die gesamtdeutsche gute Lage der Wirtschaft macht sich in den Kommunalkassen bemerkbar. In den anstehenden Haushaltsberatungen wird sich nun zeigen, wie die Politiker auf die finanziell schwachen Jahre, die gar nicht lange zurückliegen, reagieren: Zurückhaltend und mit der Ansicht, dass es erneut dazu kommen könnte, oder euphorisch und die Meinung vertretend, dass der Zeitpunkt für Ausgaben und Entlastung gekommen ist.

Und wieder steht ein Karnevalszug vor dem Aus. Die KG Tipp Doveren teilte mit, ohne Hilfe von außen und nach einem Gespräch mit der Stadt Hückelhoven sowie der Polizei bis auf Weiteres keinen Zug mehr ausrichten zu wollen. Auslöser sind Ausschreitungen in der vergangenen Session, in der dieser Zug so groß wie nie zuvor gewesen war. Nun steht die Doverener Karnevalsgesellschaft mit diesem Problem aber nicht allein da, war doch für dieses Jahr aus denselben Gründen auch schon der Umzug in Granterath abgesagt worden. Beides übrigens Veranstaltungen, die traditionell am Karnevalssamstag stattfinden, an dem ansonsten in der Umgebung keine weiteren Züge stattfinden, was dafür sprechen könnte, dass sich das Problem vom einen in den anderen Ort verlagert haben könnte. Es darf nicht sein, dass ein paar Chaoten dem Brauchtum so schaden, dass ein Zug nach dem anderen ausgesetzt wird, vielleicht sogar auf Dauer. Es bedarf eines gemeinschaftlichen Aufbäumens aller Karnevalisten gegen diese Entwicklung. Wir sind mit Doverens Prinzessin Janine I. und ihrem Frauen-Power-Gefolge traurig.

Mitgefühl gilt in dieser Woche außerdem den Erkelenzer Freunden aus der Partnerstadt St. James, wo in der Jakobskirche die für 200.000 Euro frisch renovierte Orgel fast vollständig zerstört wurde, weil ein Deckenteil auf sie hinabstürzte. In Erkelenz wird nun darüber nachgedacht, die französischen Freunde mit einem Benefizkonzert zu unterstützen, was eine sehr schöne Geste wäre.

Quelle: RP
 
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