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Erkelenz
Vorbilder aus der Familie nachgebildet

Erkelenz: Vorbilder aus der Familie nachgebildet
Die Eregbnisse des Workshops im Gerderather Cirkel können sich sehen lassen. Die Kinder zeigten stolz ihre Tonfiguren und Scherben-Spiegelrahmen. FOTO: JÖRG KNAPPE
Erkelenz. Im evangelischen Kinder- und Jugendzentrum Gerderath starteten Jungen und Mädchen mit einem Workshop in die Ferien. Mit Künstlerin Marion Scheidtweiler gelangen individuelle Werke zum Thema "Der Held, die Heldin in Dir". Von Kathrin Boehme

Ein Held - das sind nicht nur Batman oder die Teletubbies, sondern für die meisten Jugendlichen viel bodenständigere Personen wie die Eltern oder der große Bruder.

Das evangelische Kinder- und Jugendzentrum Cirkel in Gerderath hat in der ersten Woche der Sommerferien einen Workshop zum Thema "Gestalten mit Ton, Farben und Scherbenmosaiken" veranstaltet. Unter dem Motto "Der Held, die Heldin in dir" hatten 18 Jugendlichen im Alter von zehn bis 14 Jahren fünf Tage lang Zeit, eine Figur aus Ton zu modellieren. "Ich hatte vermutet, dass Film- oder Comicfiguren als Vorlage gewählt werden. Aber die Teilnehmer waren sich über die Tiefe des Begriffes ,Held' bewusst", sagt die Künstlerin Marion Scheidtweiler. Zusammen mit Mona Bobrow, der Leiterin des Jugendzentrums, und sechs Helfern des Jugendteams hat sie den Kursus geleitet. Während die jüngeren Teilnehmer Tiere oder Köpfe aus Ton geformt haben, wählte die Gruppe der zwölf- bis 14-jährigen oft einen Familienangehörigen als ihren "Helden" aus. Auffallend war für die Künstlerin außerdem, dass die meisten Kinder schon ganz genau wussten, wie sie ihre Figur gestalten wollten: "Sie haben ihre eigenen Vorstellungen eingebracht und brauchten oft gar keine Hilfe."

Neben den Tonfiguren stellten die Teilnehmer Spiegelrahmen aus Keramikscherben, Mosaiken, Muscheln und anderen Fundstücken her. Auch hier zeigte sich die Individualität der Kinder deutlich: Manche Fliesen sind schnurgerade mit Steinen der gleichen Farbe beklebt, andere Rahmen sind bunt und ohne eine bestimmte Ordnung gestaltet.

Die Arbeit mit Ton gefällt Marion Scheidtweiler besonders, weil man experimentell und uneingeschränkt arbeiten könne. Die Künstlerin studierte Kunstgeschichte und vergleichende Religionswissenschaften, heute konzentriert sie sich bei ihrer Arbeit schwerpunktmäßig auf abstrahierte Naturformen und stellt vor allem Keramiken her. "Mir macht es Spaß, mit Kindern zu arbeiten und zu sehen, wie ihr Selbstbewusstsein durch das eigenständige Herstellen ihrer Werke gestärkt wird.", sagt sie.

Am letzen Tag des Workshops präsentierten die Jugendlichen ihre Figuren und Spiegel stolz den Eltern. Die Spiegelrahmen durften sie dann direkt mit nach Hause nehmen, während die Tonfiguren noch trocknen und gebrannt werden müssen. Anschließend können die Figuren bemalt werden.

Nach den Ferien gibt es weitere Workshops, zu denen sich Interessierte jetzt noch anmelden können. Weitere Informationen stehen im Internet unter www.cirkel-gerderath.de.

Quelle: RP
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