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Erkelenz
Vorfreude auf eine fremde Welt

Erkelenz: Vorfreude auf eine fremde Welt
Nach dem Abitur geht es für ein Jahr in eine ferne Welt: Auf Plakaten haben Johanna Barwinski (l.), Simon Moll und Luisa Karlinger ihre Ziele beim Sozialen Jahr in Südamerika kreativ veranschaulicht. FOTO: Jörg Knappe
Erkelenz. Zwölf Monate in Südamerika zum Arbeiten in einer sozialen Einrichtung - auf dieses spannende Abenteuer lassen sich die Abiturienten Simon Moll, Johanna Barwinski und Luisa Karlinger ein bei ihrem Freiwilligen Sozialen Jahr. Von Amber Theisen

Sie wissen, dass die fremde Kultur und die sozialen Kontraste bei ihrem Freiwilligen Sozialen Jahr in Südamerika möglicherweise auch ein Kulturschock für sie werden können. Aber Angst haben die Abiturienten Simon Moll, Luisa Karlinger und Johanna Barwinski aus Erkelenz und Wegberg davor nicht. Die "Pause zwischen Schule und Studium" wird für sie kein Urlaub, sondern Arbeit - und vor allem nicht einfach. Allein in einem fremden Land mit einer fremden Kultur und Sprache. Aber gerade diese Herausforderung reizt die drei 18-Jährigen. Sie wollen daran wachsen und Erfahrungen sammeln.

Die drei Jugendlichen haben über unterschiedliche Wege in die Erkelenzer Jugendkirche unter Leitung von Gemeindereferent Michael Kock gefunden, wo wir uns mit ihnen zum Gespräch treffen. Über die Eine-Welt-AG des Cusanus-Gymnasiums, private Empfehlungen oder Informationstreffen verschiedener Verbände kamen sie zu ihrem besonderen Auslandsaufenthalt. Jeder geht in ein anderes Land mit einer anderen Organisation.

Johanna Barwinski vom Cusanus Gymnasium geht über den privaten Verein "Arbol de la Esperanza" (Baum der Hoffnung) nach Ecuador in die Hauptstadt Quito in ein Heim für Kinder und Jugendliche aus sozial schwierigen Familien. "Sie sollen dort ein Gefühl von einer familiären Geborgenheit bekommen", erklärt sie. Oftmals können sie trotz der Bemühungen der Helfer und Pädagogen nicht wieder in ihre Familien eingegliedert werden und wachsen dann im Heim auf. Johanna wird mit den Schützlingen dort wohnen. Sie freut sich auf ihre Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen, denen auch der Weg in den Beruf und ein selbstständiges Leben geebnet werden soll. Johanna möchte später gerne Lehrerin werden.

Denselben Berufswunsch hat auch Luisa Karlinger. Sie engagiert sich bereits im Katho Wegberg als Teamerin und möchte bei ihrem Aufenthalt in der Kleinstadt Libano (Kolumbien) Erfahrungen sammeln. Sie wird über den BDKJ im Bistum Aachen in einem Kinderheim aktiv. Das "Hogar del nino" (Zuhause für Kinder) kümmert sich vor allem um die Bildung von Kindern aus Armenvierteln. Die Organisation "Creamos" (Wir glauben, erschaffen etwas) hat Luisa den Aufenthalt in Kolumbien vermittelt, wo sie in einer Familien leben und auch Unterricht geben wird. Dabei könnte die Sprache ein kleines Problem darstellen, da sie gerade erst angefangen hat, Spanisch zu lernen. "Dann kommunizieren wir am Anfang halt mit Händen und Füßen", sagt die Schülerin des Kolbe-Gymnasiums Wegberg gelassen.

Auch Simon und Johanna ziehen für ein Jahr in spanischsprachige Länder. Aber sie lernen schon seit drei Jahren Spanisch im Cusanus-Gymnasium. Auch um die Sprache richtig zu lernen, lohne es sich für sie, ins Ausland zu gehen, erklärt Luisa.

"Ich glaube, dass wir über viele Dinge überhaupt nicht nachdenken, die in den südamerikanischen Ländern sehr wichtig sind", erklärt Simon Moll vom Cusanus-Gymnasium, der wie seine zwei Mitstreiterinnen offen ist für jede Menge neuer, unerwarteter Eindücke und Erfahrungen. Er fliegt zwar auch in diesem Sommer, der Termin steht aber noch nicht fest. Ziel ist die Dominikanische Republik.

Über die Organisation AFS-Interkulturelle Begegnungen kommt er in eine Gastfamilie und wird in einer sozialen Einrichtung arbeiten. Welche, ist noch nicht gewiss. Sport, Kultur und Bildung hat Simon als seine Bereiche angegeben. Er hat einen Trainerschein gemacht und leitet schon seit zwei Jahren eine Fußball AG im Offenen Ganztag der Franziskus-Schule. Genauso wie die beiden jungen Frauen arbeitet er gern mit Kindern und möchte Lehrer werden.

Quelle: RP
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