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Erkelenz
Wege in das Berufsleben

Erkelenz: Wege in das Berufsleben
Svenja Clever informierte sich über das Berufsbild bei der Polizei NRW. Hauptkommissar Andreas Grunert und Oberkommissarin Christina Mols geben gerne Auskunft. FOTO: Jürgen Laaser
Erkelenz. Während des Berufsinformationsmarktes am Cusanus-Gymnasium Erkelenz informierten sich junge Leute über unterschiedliche Berufe und Ausbildungswege. Bei der Berufswahl sind viele Schüler sehr heimatverbunden. Von Philipp Schaffranek

Zum Stand der Polizei wollte Svenja Cleven eigentlich nicht. Fitnessökonomie und Gesundheitswesen waren die Bereiche, über die sie sich beim Berufsinformationsmarkt am Cusanus-Gymnasium informieren wollte. Nachdem Beratungsgespräch bei der Polizei zeigt sich die 20-jährige Abiturientin allerdings positiv. "Das Gespräch war sehr informativ." Sie sei sogar zu einem Informationstag eingeladen, wo sie hingehen wolle.

Beim Berufsinformationsmarkt können sich Schüler über ihre Zukunftsperspektiven informieren. "Wir haben versucht, das Angebot breit zu streuen, damit sich möglichst viele wiederfinden", sagt Lehrer Dieter Stüttgen, der den Markt organisiert. Unter den Jugendlichen sind laut ihm vor allem das Duale Studium und technische Berufe beliebt. Aber auch die Banken seien immer stark vertreten. Über die Beschäftigungsmöglichkeiten bei der Rheinischen Post informierte Andreas Speen, Leiter der Lokalredaktion Erkelenz. Von den Schülern sei bei der Berufswahl "ein großer Teil sehr heimatverbunden". Nur beim Studium gehe es oft nicht, in Erkelenz zu bleiben. Und für ein Studium sei der Weg in die Niederlande zurzeit sehr gefragt.

Die "Zuyd" Hochschule mit Standorten in Maastricht, Heerlen und Sittard war das erste Mal im Cusanus-Gymnasium vertreten und stellte das Angebot im Gesundheitswesen vor. Sara Meuser, die Dozentin für Ergotherapie ist, beantwortete den Schülern Fragen zu Sprache und den Studienbedingungen. So sei es an ihrer Hochschule der Fall, dass die Studiengänge auf Niederländisch unterrichtet werden. Es seien viele sehr junge Besucher unterwegs, um sich frühzeitig zu informieren, fiel ihr auf.

Mit 15 Jahren war Zoe Iber eine dieser jungen Besucherinnen. Die Zehntklässlerin sagt, sie habe sich schon immer für das Medizinwesen interessiert. Deswegen informierte sie sich bei Gregor Borgs über den Beruf des Apothekers. "Das war mein erstes Ziel heute", sagt Zoe. Sie erfuhr, dass man Pharmazie beispielsweise in Marburg studieren kann. Und wenn man nicht studieren wolle, sei auch die Ausbildung zum pharmazeutisch-technischen Assistenten ein Weg. Für die Schülerin steht fest, dass sie nach dem Abitur nicht in Erkelenz bleiben möchte. "Ich will auf jeden Fall weg."

Dass die Schüler den Stand des Handwerks so zielstrebig aufsuchten ist eher nicht der Fall. Lehrstellenakquisitor Rainer Schaar von der Handwerkskammer Aachen muss viel eher auf die Schüler zugehen. Das Handwerk in der Region hat ein Nachwuchsproblem. "Auf 100 Ausbildungsplätze kommen in unserer Region 88 Bewerber", sagt Schaar. Und oft klagten die Betriebe über die Qualifikation der Bewerber. Gleichzeitig stiegen dann auch noch die Anforderungen. "Wo Handwerk draufsteht ist eigentlich Hightech drin." Gerade für Abiturienten bietet das Handwerk laut Schaar gute Perspektiven.

Dass viele ehemalige Cusanus-Schüler an den Informationsständen informierten, lockerte die Stimmung auf. Bereits zum dritten Mal stellte Zahnarzt Jörn Wego seinen Beruf vor. 2004 machte er Abitur in Erkelenz. "Es macht viel Spaß hier und es sind viele Leute, die sehr interessiert sind", sagt er über die Atmosphäre auf dem Berufsinformationsmarkt.

Quelle: RP
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