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Erkelenz
Wie aus "geyn Have" Genhof wurde

Erkelenz: Wie aus "geyn Have" Genhof wurde
Das Organisationsteam des 550-Jahr-Fests in Genhof (v.l.): Manfred Breidt, Hanne Kamp, Wolfgang Husemann, Marc Peppler und Patricia Kreck. FOTO: J. Laaser
Erkelenz. Auch das Erkelenzer Dorf Genhof hat Grund zu feiern: sein 550-jähriges Bestehen.

Ein zweites Jubiläum galt es am Wochenende zu feiern. Einen geschichtsträchtigen Platz hatte sich die Dorfgemeinschaft Genhof für ihr großes Fest unter dem Motto "Genhof wird 550 Jahre jung!" ausgesucht. Auf dem Festgelände der Hundeschule Wienen hatte früher die Genhofer Mühle gestanden, wie Wolfgang Husemann in seiner Festrede zur Geschichte von Genhof erwähnte.

Husemann freute sich nicht nur über das "ganze Dorf", das zum Feiern gekommen war, er freute sich auch über einige Ehrengäste, darunter Bürgermeister Peter Jansen, die gerne der Einladung zu einem Besuch im 250-Seelen-Dorf gefolgt waren. In seinem Grußwort bescheinigte Jansen den Genhofern, dass ihr Ort funktioniert. Das sei eine Folge der tollen Gemeinschaft. "Der Ort ist im Laufe seiner Geschichte zusammengewachsen. Die Bewohner kennen und respektieren sich, sie arbeiten zusammen, helfen sich gegenseitig, unterstützten sich in der Not und feiern gerne in der Gemeinschaft." So wie an diesem Tag, der dem 550-jährigen Bestehen des Dorfes gewidmet ist. Vermutlich sei Genhof sogar noch älter, die erste bekannte, urkundliche Erwähnung datiere von 1467.

Diese Urkunde war auch Ausgangspunkt für die Rede von Husemann. "Es ging seinerzeit um die Übertragung einer ländlichen Parzelle", verriet er der großen Zuhörerschar. Damals trug das Dorf den Namen "geyn Have". Geyn bedeutete gegen oder auf, Have stand für Hof. Ab 1568 hieß der Ort "den Hoven, ab 1669 "gen Hoff", danach wurde daraus das jetzige Genhof.

Zunächst gehörte Genhof als Ortsteil von Schwanenberg zur Quadtschen Reichfreiherrschaft Wickrath. Nach der Besetzung des Rheinlands durch Napoleon gehörte es zum Department Roer und nach dem Abzug der Franzosen zum Preußischen Königreich. "1815 hatte Genhof 31 Häuser, meist Fachwerk und mit Stroh gedeckte Dächer", berichtete Husemann. In der damaligen Zeit lebten die Menschen in erster Linie von Landwirtschaft, Ackerbau und Viehzucht. An die Getreidemühle, die auf dem Feiergelände stand, erinnert nichts mehr. Sie war im 16./17. Jahrhundert gebaut worden, 1920 wurde sie abgerissen, da sie nicht mehr wirtschaftlich war.

Aber nicht nur Husemann sang ein Loblied auf Genhof und dessen Bewohner. Lambert Hensen hatte zwei Lieder mitgebracht, in denen in Mundart die Vorzüge des Orts gepriesen wurden, unter anderem mit dem Vers: "De Kenger hej könne noch spijele, op Bööm, en Jades on Wijese. Man vreucht sech, wenn man se brölle hürt, janz onchenert". Und Patricia Kreck hatte "ihr" Genhof in einem Gedicht verewigt, bei dem klar wurde, dass jeder, der einmal in Genhof gelebt hat, immer wieder gerne an diesen schönen Flecken zurückkommt.

Ein eindrucksvolles Beispiel für den Gemeinschaftssinn bewies die Dorfgemeinschaft, alle packten an und sorgten dafür, dass den Gästen Kuchen und Salate in reichlichem Maße und darüber hinaus kostenlos angeboten wurden.

(kl)
 
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