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Erkelenz
Wie sich die Volksbank-Fusion auswirkt

Erkelenz: Wie sich die Volksbank-Fusion auswirkt
Die neue Bank wird von den bisherigen Vorstandsmitgliedern Josef Brück, Rainer Corsten, Franz D. Meurers und Otmar Tibes unter dem Vorsitz von Dr. Veit Luxem (2.v.r.) geleitet. Das Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden wird Fred Hendricks übernehmen und wird hierbei von Marita Schlupkothen aus dem Geschäftsgebiet Erkelenz und Jürgen Heinzig aus dem Geschäftsgebiet Willich vertreten. FOTO: Volksbank Mönchengladbach
Erkelenz. Kunden aus dem Erkelenzer Land bekommen neue EC-Karten. Neue Angebote wie Videobanking. Keine fusionsbedingten Kündigungen, aber mittelfristige Stellenreduzierung. Ausbildungsquote bleibt. Von Andreas Speen

Die Volksbank Mönchengladbach und Volksbank Erkelenz fusionieren rückwirkend zum 1. Januar. Nachdem die Vertreterversammlung in Erkelenz wie berichtet am Montag einstimmig für das Vorhaben votiert hatte, gab es am Donnerstag in Mönchengladbach dasselbe Ergebnis. "Darüber freuen wir uns sehr", betonte gestern Dr. Veit Luxem, bisheriger Vorstandsvorsitzender der Volksbank Erkelenz und designierter Vorstandsvorsitzender der neuen Bank.

Ab dem Tag der Eintragung in das Genossenschaftsregister, die für Oktober zu erwarten ist, wird das Institut Volksbank Mönchengladbach heißen und die Volksbank Erkelenz wie auch die Volksbank Willich als Niederlassungen im Namen führen, somit wird es im Erkelenzer Land künftig die "Volksbank Erkelenz - Niederlassung der Volksbank Mönchengladbach" geben. Für die Kunden der bisherigen Volksbank Erkelenz sollen sich möglichst wenige Änderungen ergeben, erklärte Veit Luxem gestern im Gespräch mit unserer Redaktion. "Der Standort Erkelenz bleibt mit seinen Kompetenzen für den Kunden erhalten, und damit bleiben wir auch mit unseren Kundenveranstaltungen vor Ort, wie es überhaupt unsere Philosophie ist, vor Ort zu bleiben", erklärte Luxem. Auch könne er sich vorstellen, das Erkelenzer Prozedere der Vereinsförderung mit jährlich zwei Spendenausschüttungen an jeweils rollierende Adressatengruppen auf das neue Institut auszudehnen. "Was sich für die Kunden aus dem Erkelenzer Land allerdings ändern wird, ist die Bankleitzahl, weil Mönchengladbach die übernehmende Bank ist", kündigte Luxem an. Damit verbunden ist, dass wahrscheinlich im nächsten Jahr neue EC-Karten ausgegeben werden: "Insgesamt haben wir eine zweijährige Übergangsfrist, in der die alte Bankleitzahl ihre Gültigkeit behält."

Mit dem Beschluss der beiden Vertreterversammlungen in dieser Woche geht der Fusionsprozess in eine neue Phase. Am Dienstag tritt der Aufsichtsrat zu seiner ersten offiziellen, der konstituierenden Sitzung zusammen. Das Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden wird Fred Hendricks übernehmen und wird hierbei von Marita Schlupkothen aus dem Geschäftsgebiet Erkelenz und Jürgen Heinzig aus dem Geschäftsgebiet Willich vertreten. Die neue Bank wird von den bisherigen Vorstandsmitgliedern Josef Brück, Rainer Corsten, Franz D. Meurers, Otmar Tibes und Dr. Veit Luxem geleitet werden, von denen Luxem am Dienstag vom Aufsichtsrat zum Vorstandsvorsitzenden bestellt werden soll. Brück und Tibes (bis März 2018) werden den Vertrieb als Ressort verantworten, Meurers und Corsten (bis März 2018) die Produktion. Für die einzelnen Ressorts kündigte Luxem an, dass es nach den Sommerferien ein Konzept geben soll, wie sich diese künftig auf die Standorte verteilen. Sicher sei aber, dass es bei zwei Vorstandsstandorten bleibt. Neu hinzukommen werde ein ihm zugeordneter Bereich für Unternehmensentwicklung, mit dem das Innovationsmanagement vorangetrieben werden soll.

"Alle 436 Mitarbeiter werden ihre Arbeitsplätze behalten", heben die Vorstände in einer gemeinsamen Pressemitteilung hervor. Im Gespräch mit unserer Redaktion weist Luxem aber darauf hin, dass das neue Institut "mittelfristig auf unter 400 Mitarbeiter kommen soll. Wir haben mit dem Betriebsrat dazu allerdings vereinbart, dass es in den nächsten zwei Jahren keine fusionsbedingten Kündigungen gibt. Erreichen wollen wir unser Ziel, indem wir bei Fluktuation und alterbedingtem Ausscheiden schauen, ob wir die Stellen neu besetzen." Sein vorrangiges Ziel, die Mitarbeiter betreffend, sei momentan aber, "rasch eine gemeinsame Unternehmenskultur zu schaffen. Das zu erreichen, dafür habe ich die Verantwortung übernommen."

Änderungen in der Filialstruktur sind laut Luxem aktuell nicht geplant, aber denkbar: "Der Kunde entscheidet darüber. Wir werden uns das 2018 anschauen." Keineswegs wolle die Bank dabei aber ihre Stärke, die Regionalität, aufgeben. Beispielsweise hält Luxem aber die Zeit der Geldautomaten für endlich und setzt er bei der Nähe zum Kunden auf Innovation: "Ab Juli installieren wir von Mönchengladbach ausgehend Videobanking." Kunde und Berater sitzen sich ab dann virtuell gegenüber: "So schaffen wir eine zusätzliche Beratungsform."

Ob die Ausbildung bei der Volksbank neu ausgerichtet wird, ist Luxem zufolge offen. Der neue Jahrgang startet noch getrennt an den Berufskollegs in Erkelenz und Mönchengladbach. "Wir werden das mit den Kollegen der anderen Genossenschaftsbank im Kreis Heinsberg und mit den Berufskollegs gemeinschaftlich besprechen", sagte Veit Luxem. Jugendliche dürften aber damit rechnen, dass das neue Institut auch 2018 eine gleichbleibende Anzahl an Ausbildungsstellen, zehn, anbieten werde.

Das Gespräch führen wird die neue Bank im nächsten halben Jahr auch aus anderen Gründen mit den Vorständen der weiteren Genossenschaftsbanken im Kreis Heinsberg, die bisher an verschiedenen Stellen zusammenarbeiten. Luxem erklärte dazu: "Es ist mein Wunsch, dass dieser Zusammenhalt der Genossenschaftsbanken erhalten bleibt."

Quelle: RP
 
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