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Erkelenz
Winterparkplätze auf dem Johannismarkt

Erkelenz: Winterparkplätze auf dem Johannismarkt
FOTO: Laaser
Erkelenz. Dem Wunsch des Einzelhandels nach mehr innenstadtnahen Parkplätzen will Erkelenz in einer zweijährigen Testphase nachkommen. Im Winter soll der Johannismarkt zur Parkfläche werden. Von Andreas Speen

Einem über viele Jahre immer wieder vom Erkelenzer Einzelhandel geäußerten Wunsch wollen die Stadtverwaltung und Teile der Politik jetzt nachkommen: Von November bis Februar sollen auf dem Johannismarkt 14 zusätzliche Parkplätze eingerichtet werden. Sechs Gegenstimmen hatte es dafür am Dienstagabend im Ausschuss für Bauen und Stadtentwicklung gegeben, aber vor allem zehn Stimmen dafür. Eingebracht hatten diesen Antrag die CDU, FDP und Freien Wähler/UWG.

Zwei Auslöser hat es für diesen Vorstoß gegeben. Zum einen zieht der vierwöchige Weihnachtsmarkt in diesem Jahr auf den Markt um, und wenn dort freitags zusätzlich der Wochenmarkt aufgebaut wird, fallen sämtliche Parkplätze weg. Dafür musste eine Lösung gefunden werden. Zum anderen war die Stadt Erkelenz von der Politik aufgefordert worden, mit dem örtlichen Einzelhandel über Optimierungsmöglichkeiten zu sprechen. Die Parkplatzsituation war dabei problematisiert worden, berichtete Bürgermeister Peter Jansen dem Ausschuss für Bauen und Stadtentwicklung. Diese zwei Aspekte fanden entsprechend Niederschlag in dem überparteilichen Antrag - der jedoch auf massive Kritik anderer Parteien stieß.

Vorgesehen ist ein zweijähriger Testbetrieb für die Wintermonate, in denen die Gastronomie den Johannismarkt nicht benutzt. Dabei soll schon im März nächsten Jahres die erste Bilanz gezogen werden. Immerhin liegt auf dem Platz ein kleinformatiges Blaubasaltpflaster, das durch den Parkverkehr in Mitleidenschaft gezogen werden könnte. Hier möchte die Stadtverwaltung genau hinschauen, machte der Erste Beigeordnete Dr. Hans-Heiner Gotzen im Ausschuss deutlich. Schließlich könne die Reparatur einer einzelnen Parkfläche, das habe sich an anderen Stellen erwiesen, auch schon einmal 2500 Euro kosten.

"Sie riskieren Schäden, reden aber seit Jahren über das Sparen", sagte Dieter Spalink von der SPD. Das passe für ihn nicht überein. Er sprach von "einem sinnlosen Vorhaben". Auch andere Ausschussmitglieder, vor allem aus der Grünen-Fraktion, gaben den Hinweis auf die aus ihrer Sicht ausreichende Zahl von Parkplätzen in der Innenstadt. Zum Beispiel in der oft unbesetzten Tiefgarage an der Hermann-Josef-Gormanns-Straße.

Spalink ergänzte außerdem, dass der Antrag das Klimaschutzvorhaben konterkariere, für dessen Konzept derzeit diskutiert werde, den Autoverkehr in der Innenstadt zu reduzieren. Dazu passe es nicht, zusätzlichen Parkraum auf dem Johannismarkt zu schaffen. Dass er sich mit der Idee für die Zeit des Adventsmarktes anfreunden könnte, erklärte wiederum Stephan Pütz von den Grünen. Länger aber nicht, außerdem auch nicht auf dem Johannismarkt. Vielmehr schlug er die Fläche an der bis Dezember vergangenen Jahres stärker genutzten Bushaltestelle auf der Kölner Straße vor, wo heute nur noch der Erka-Bus verkehrt und die derzeit halbseitig für den Verkehr gesperrt ist.

Einlassen wollten sich auf den zweijährigen Test im Ausschuss für Bauen und Stadtentwicklung letztlich zehn Politiker. Dass es sich bei dem Vorschlag um keine Abkehr von der bisherigen Aussage der Stadtverwaltung handele, dass es in Erkelenz ausreichend innenstadtnahe Parkplätze gebe, betonte dazu noch einmal der Erste Beigeordnete. Die Stadt wolle jedoch diesem Anliegen der Einzelhändler und deren Kunden nachkommen, sagte Gotzen: "Ob wir mit unserer Einstellung bisher richtig lagen oder ob sich diese zusätzlichen Parkplätze in den Wintermonaten anbieten, wird sich zeigen." Verwehren wolle sich die Stadt Erkelenz dem Ansinnen der Händler jedenfalls nicht. Deshalb die Testphase.

Quelle: RP
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