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Erkelenz
"Wir wollen Hallensport"

Erkelenz. 200 Mitglieder der Wegberger Sportvereine HSV und TuS demonstrierten vor dem Rathaus. Sie fordern den Bau einer weiteren Dreifachturnhalle. Die Stadtverwaltung ermittelt nun den tatsächlichen Bedarf. Von Michael Heckers

"Wohin mit 761 Kindern und Jugendlichen?", "Wir wollen Hallensport", "Herr Pillich, Halle will ich!", – ausgestattet mit zahlreichen Plakaten und Transparenten forderten rund 200 Mitglieder der Wegberger Sportvereine TuS (Turn- und Sportverein) und HSV (Handballsportverein) den Bau einer weiteren Dreifachturnhalle in Wegberg. Die Stadt will nun den tatsächlichen Bedarf ermitteln.

Belastbare Zahlen ermitteln

Während die gleichlautenden Anträge der beiden Sportvereine TuS und HSV demnächst im Fachausschuss beraten werden, lässt Bürgermeister Reinhold Pillich durchklingen, dass die Chancen dafür, dass zusätzliche Hallenkapazitäten in Wegberg geschaffen werden, möglicherweise gar nicht so schlecht stehen. Pillich räumte nach der Ratssitzung ein, dass die Stadtverwaltung nach ersten Gesprächen "vor Überraschungen nicht verschont" geblieben sei. Es sollen weitere Gespräche mit Schulen und Vereinen folgen, um den tatsächlichen Bedarf zu ermitteln. Eine Entscheidung soll schließlich auf der Grundlage von belastbaren Zahlen fallen.

Zunächst einmal muss die Stadtverwaltung Ordnung in das Hallenbelegungssystem bringen. Dazu soll ein neuer Belegungsplan in Abstimmung mit Sportvereinen, Schulen und dem Stadtsportbund aufgestellt werden. Zwischenzeitlich hat nach Angaben der Verwaltung auch die Realschule beantragt, eine weitere Dreifachturnhalle in Wegberg zu errichten.

Von der Heftigkeit des Protests der Sportvereine zeigte sich Bürgermeister Pillich überrascht. Der Verwaltung, die von einer "konzertierten Aktion" spricht, sei die Platznot in den Wegberger Turnhallen in dieser Form nicht bekannt gewesen. "Wir haben in den vergangenen Jahren zwar immer wieder darauf hingewiesen, aber wohl mit den falschen Leuten gesprochen", räumte HSV-Geschäftsführer Siegfried Wagner ein. Daraus hätten die Sportvereine gelernt. "Ich bin seit 1997 Vorsitzender des TuS Wegberg", sagte Manfred Sziedat, "wir wurden nie gefragt, welchen Bedarf wir für den Hallensport haben."

Im Vergleich mit den Hallenkapazitäten der Nachbarstädte schneidet Wegberg schlecht ab. Dezernent Rudolf Fabry beziffert die Kosten für den Bau einer Dreifachturnhalle auf fünf Millionen Euro. Kein Pappenstiel angesichts eines Haushaltsdefizits von rund 4,38 Millionen Euro. Frage des Tages

Quelle: RP
 
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