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Erkelenz
Wohltuend warme Stimmfarben der Chöre

Erkelenz. Kirchenchöre Holzweiler und Schwanenberg, MGV Liederkranz und Gospelvoices im Konzert. Von Kaan Cevahir

Zu einem besinnlichen weihnachtlichen Konzertabend hatte der Kirchenchor "Cäcilia" Holzweiler in die Kirche St. Cosmas und Damian Kirche in Holzweiler eingeladen. Neben dem Kirchenchor wirkten der MGV Liedertafel Holzweiler, die Gospelvoices Holzweiler und der Kirchenchor Schwanenberg mit, und gemeinsam schöpften sie ein vielseitiges Programm aus dem Repertoire der Kirchen- bzw. Weihnachtsmusik.

Den Beginn machten die Kirchenchöre Holzweiler und Schwanenberg mit ihren Interpretationen von "Machet die Tore weit" von Andreas Hammerschmidt in der Bearbeitung von Wilhelm Lueger. Mit "Es ist ein Ros entsprungen" griffen die beiden Chöre jenes kirchliche Weihnachtslied aus dem 16. Jahrhundert auf, dessen zweite Strophe der protestantische Komponist Michael Praetorius schuf und dazu einen weitverbreiteten vierstimmigen Chorsatz komponierte. Aus dem 16. Jahrhundert sprang man mit "The crown of roses" in das romantische 19. Jahrhundert. Mit wohltuend warmen Stimmfarben, aber einer mitreißenden Stimmkraft im Sopran wurde das Werk des russischen Komponisten Pjotr Iljitsch Tschaikowski, das an sich kein Weihnachtslied ist, aber mit Weihachten assoziiert wird, angemessen und reich an Artikulationen wiedergegeben.

Strophen aus dem Gotteslob 222 "Herr send herab uns deinen Sohn" wurden im Programm als Intermezzo eingeschoben. Die sich anbietende Akustik im Raum ermöglichte die Entfaltung der geballten Stimmkraft von Chor und Gemeinde.

Der MGV Liedertafel beeindruckte vor allem mit "Tollite hostias" von Camille Saint-Saens aus seinem 1858 entstandenen "Weihnachtsoratorium". Durch weiträumige Phrasierungen wurden jene prägnanten Stimmen beleuchtet, die in der Melodieführung hervortreten sollten. Unter der Leitung von Gerd Fassbender wurde eine dynamische Überladung gemieden und viel mehr ein ebenes, angenehmes Klangbild geschaffen.

Weitaus kontrastreicher ging es zu, als die Gospelvoices, geleitet von Klaus Hurtz, in ihrem hauptsächlich englischsprachig gehaltenen Repertoire die Gospelmusik vorstellten. Hierbei stach vor allem das vom Keyboarder David Paich und Schlagzeuger Jeff Porcaro komponierte "Afrika" hervor. Durch die rhythmisierte Akkordabfolge in der Klavierbegleitung im Zusammenwirken mit dem afrikanischen Rhythmus auf den Congas, wurde die bis dahin gehaltene kirchenmusikalische Atmosphäre verlassen, ohne die Präsenz der Adventsstimmung gebrochen zu haben. Improvisationen am Klavier und Bluesskalen, die öfters solistisch zum Ausdruck gebracht wurden, bereicherten den Abend und setzten deutliche Akzente im Programm.

"Lieb Nachtigall, wach auf" aus dem im Jahre 1670 gedruckten Bamberger Gesangsbuch wurde in seiner Entstehungsgeschichte in der Vorweihnachtszeit von Lehrern und Kindern gemeinsam den Ortsnachbarn vorgesungen. In diese Tradition reihte sich nun der Kirchenchor Schwanenberg ein, als er an diesem Abend das Lied unter der Leitung von Juliane Schwerdtfeger mit interpretatorischen Raffinesse vortrug.

Das Lied "Wie soll ich dich empfangen" zum Text Paul Gerhardts und zur Melodie Johann Crügers wurde im Wechselspiel zwischen dem großen gemeinsamen Chor und der Gemeinde gelungen realisiert. Mit begeistertem Applaus der Zuhörer klang das Konzert aus.

Quelle: RP
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