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Erkelenz
Wohnanlage für Flüchtlinge ist bezugsfertig

Erkelenz: Wohnanlage für Flüchtlinge ist bezugsfertig
Die Stadt Erkelenz stattet die Zimmer der Flüchtlingsunterkunft in Neuhaus derzeit mit Möbeln aus. FOTO: Jürgen Laaser
Erkelenz. 80 Asylbewerber kann Erkelenz jetzt in einem Neubau in Neuhaus unterbringen. Neuankömmlinge werden ab sofort erwartet. Von Andreas Speen

240 Flüchtlinge könnten in Erkelenz sofort in neuhergerichtete Räume ziehen, weitere 80 Plätze sollen am Monatsende fertiggestellt sein. Während drei Wohneinheiten in gemieteten Wohncontainern eingerichtet wurden oder, wie im Gewerbegebiet Gipco, noch eingerichtet werden, stellte die Stadt Erkelenz jetzt ihre neue dauerhafte Wohneinheit in Neuhaus vor. In wenigen Wochen war dort in Modulbauweise aus Holz ein Gebäude für 80 Personen zusammengefügt worden. Einen zweiten benachbarten Neubau wird die Stadtverwaltung der Politik für nächstes Jahr vorschlagen.

Bei der Betrachtung der Flüchtlingszuweisungen in den vergangenen Wochen könnte der Gedanke aufkeimen, all diese Plätze sind derzeit gar nicht nötig. Dr. Hans-Heiner Gotzen, Erster Beigeordneter in Erkelenz, erklärt das Gegenteil: "Uns sind ab September 240 weitere Asylsuchende angekündigt, außerdem leben in Gerderath weiterhin noch 30 Personen in einer Turnhalle, die wir unbedingt freiziehen wollen." Und dann sei da auch noch das momentan von Flüchtlingen bewohnte Gebäude neben dem Neubau in Neuhaus, das so alt und marode sei, "dass es nicht mehr über den Winter kommt. Wir werden der Politik für den Haushalt 2017 für diesen Standort einen Ersatzbau in dem jetzt errichteten Standard vorschlagen." Zusammengerechnet seien die in den vergangenen Wochen in Erkelenz geschaffenen Unterkünfte und die noch kommenden sehr notwendig.

1,3 Millionen Euro investierte Erkelenz in den Neubau in Neuhaus. Hinzu kamen zunächst nicht eingeplante 50.000 Euro wegen zusätzlicher Kosten im Brandschutz, bei Vermessungsarbeiten, für Hausanschlüsse, eine Schließ- und Außenbriefkastenanlage sowie eines zentralen TV-Angebots, um zu verhindern, dass das Gebäude in kurzer Zeit mit Satellitenschüsseln übersät wird. Hochbauamtsleiter Martin Fauck rechtfertig diese Investition: "Das würde die Optik herunterziehen - und dann würde möglicherweise schneller weniger pfleglich mit dem gesamten Gebäude umgegangen."

Erbaut hat die Derix-Gruppe aus Niederkrüchten in Neuhaus ein modular aus einzelnen Holzräumen zusammengesetztes Wohnhaus mit zehn Zimmern pro Stockwerk. Auf zwei Etagen können darin bis zu 80 Menschen leben. Zwei Vier-Personen-Zimmer teilen sich jeweils ein Bad. Über eine eigene Kochnische verfügt jedes Zimmer. Hinzu kommen für alle Bewohner ein Wasch-, ein Gemeinschafts- und ein Haustechnikraum. "Paarweise sind die Zimmer immer mit Zwischentüren versehen, damit wir sie bei einer Belegung mit einer Familie öffnen können", erklärt Gotzen eine weitere konzeptionelle Besonderheit. "Das Ganze hat eine andere Qualität als die Mietcontainer, da wir das Gebäude langfristig nutzen wollen." Eine Lüftungsanlage gehört deshalb ebenso zur Ausstattung, wie der Technische Beigeordnete Ansgar Lurweg ergänzt: "Da die Räume sehr intensiv genutzt werden, ist diese für den Erhalt des Gebäudes sehr wichtig."

In den nächsten Tagen werden die Zimmer nun eingerichtet. Und in der Stadtverwaltung wird das Konzept fertiggestellt, wie die Flüchtlinge künftig auch in den neuen Wohneinheiten in Neuhaus, Kückhoven, an der Feuerwache und im Gipco untergebracht werden sollen, wobei deren Herkunft, Religion und Familienstand zu beachten sind.

Quelle: RP
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