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Erkelenz
Zug der Erinnerung: die Greuel der Nazis

Erkelenz. Heinsberg/Geilenkirchen (RP) Die Arbeiten an der Bahnstrecke und den Haltpunkten sind im Gange, denn ein besonderer Zug hält am 23. und 24. März in Heinsberg und am 25. und 26. März in Geilenkirchen. Der "Zug der Erinnerung" ist ein in Deutschland einmaliges Ausstellungsprojekt. In seinen Waggons wird die Geschichte der europäischen Deportationen nacherzählt. Statt entsetzlicher Bilder zeigt die Ausstellung Andenken, die aus Familienalben stammen könnten. Mit der Deportation von über einer Million Kindern hat Nazideutschland das Tabu des Kindermordes gebrochen.

Die Ankunft des aus Personenwaggons der 60er Jahre bestehenden Zuges dürfte für Eisenbahnfreunde spektakulär werden. Denn er wird am Abend des 22. März von einer Dampflok der Baureihe 50 von Lindern nach Heinsberg geschoben. Am Haltepunkt Parkplatz Kreishaus in Heinsberg gibt es einen Lokomotivwechsel: Die 50-er wird Heinsberg wieder verlassen, am kommenden Tag wird eine Dampflok der Baureihe 78 vorgespannt, die während des zweitägigen Stopps durchgehend befeuert wird, da das erneute Anheizen zu aufwändig wäre. Am Abend des 24. März fährt der Zug der Erinnerung mit der 78-er in Richtung Geilenkirchen. Es sind der erste Zug seit über 30 Jahren, der die Strecke bis Heinsberg fährt, und die ersten Dampfloks seit rund 50 Jahren.

In Heinsberg ist die Ausstellung am 23. März von 10.30 bis 20 Uhr geöffnet, am 24. März von 8 bis 20 Uhr. Der Eintritt ist frei. Zu sehen ist in den Waggons die allgemeine Ausstellung zur Deportation von Kindern und Jugendlichen in Konzentrations- und Vernichtungslager, dazu wird die von der Anton-Heinen-Volkshochschule konzipierte Ausstellung "Nationalsozialismus im Kreis Heinsberg" gezeigt. Bis 16 Uhr ist die Ausstellung Schülergruppen vorbehalten, die sich angemeldet haben. Von 16 bis 20 Uhr ist der "Zug der Erinnerung" an beiden Tagen für alle zugänglich.

Am Mittwoch, 23. März, um 9 Uhr ist eine Eröffnungsveranstaltung im Kreishaus Heinsberg mit Landrat Stephan Pusch, Regionaldekan Gottfried M. Graaff, Superintendent Jens Sannig und Christian Ehlers vom Bündnis gegen Rechts. Um 19.30 Uhr spricht im großen Sitzungssaal der Historiker Harry Seipolt zum Thema Zwangssterilisation und NS-Euthanasie im Kreis Heinsberg 1933 – 1945. Auch hier ist der Eintritt frei. Am Donnerstag, 24. März, 16.30 Uhr, veranstaltet das Katholische Forum für Erwachsenen- und Familienbildung im Zug der Erinnerung und im kleinen Sitzungssaal unter dem Titel "Nachbarskinder" eine Spurensuche mit einem Zeitzeugen. Frage des Tages

Info http://www.zug-der-erinnerung-im-bistum-aachen.de oder www.zug-der-erinnerung.eu.

Quelle: RP
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