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Erkelenz
Zuschauer folgen atemlos dem Spiel

Erkelenz: Zuschauer folgen atemlos dem Spiel
Thomas Gumpert als Psychiater Dr. Viktor Larenz erhält Besuch von Esther Esche als Kinderbuchautorin Anna Spiegel, die therapiert werden möchte - aber was will sie wirklich? Das Berliner Kriminal Theater brachte "Die Therapie" nach Sebastian Fitzek auf die Bühne der Erkelenzer Stadthalle. FOTO: Jürgen Laaser
Erkelenz. Das Berliner Kriminal Theater führte "Die Therapie" nach Sebastian Fitzek in der Stadthalle Erkelenz auf. Mit viel Beifall bedankte sich das Publikum für die überzeugende Darbietung eines spannenden Stücks. Von Kurt Lehmkuhl

Es ist still im gut gefüllten Saal wie selten bei einer Theateraufführung in der Erkelenzer Stadthalle. Gebannt und konzentriert verfolgen die Besucher das Geschehen auf der nur mit wenigen Utensilien spärlich ausgestatteten Bühne. Die Akteure in "Die Therapie" bewegen sich vor weißen, wehenden Vorhängen, vor denen durchsichtige Stühle, ein Tisch und ein Regal stehen. Wichtigstes Utensil von Dr. Viktor Larenz, gespielt von Thomas Gumpert, ist ein Laptop, über den er mit seiner Umwelt telefoniert.

Die Telefonate als Audioeinspielungen gehörten ebenso wie das Videoeinspiel zu Beginn zu den zunächst gewöhnungsbedürftigen Bestandteilen dieses Stückes, das nach dem gleichnamigen Psychothriller von Sebastian Fitzek von Marc Gruppe für die Bühne bearbeitet wurde. In der Inszenierung von Wolfgang Rumpf brachte das Berliner Kriminal Theater das Werk in Erkelenz zur Aufführung.

Die Handlung ist kurz geschildert: Der Psychiater Larenz kann das für ihn unerklärliche Verschwinden seiner Tochter Josy vor mehr als vier Jahren nicht überwinden und zieht sich auf eine einsame Insel zurück. Dort erhält er den mysteriösen Besuch der vermeintlichen Kinderbuchautorin Anna Spiegel (verkörpert von Esther Esche), die von ihm therapiert werden will, weil sie unter einer ihrer Romanfiguren leidet, die das Leben von Josy darstellt.

Was ist Sein? Was ist Schein? Immer wieder gibt es neue Wendungen, obwohl doch schon nach kurzer Spieldauer klar scheint, worauf das Stück hinauslaufen will: Die ominöse Frau will Larenz überführen, seine eigene Tochter getötet zu haben. Ist er etwa "das Böse", von dem das Romankind spricht und vor dem Josy sich gefürchtet und unter dem sie gelitten hat? Was bezweckt die Frau, die gar keine Schriftstellerin ist, wie Larenz mit Hilfe eines Privatdetektivs herausfindet? Mit Kai steht er in häufigem Telefonkontakt, und der ist sein Rechercheur in der "wahren" Welt fernab der einsamen Insel.

Während des Stücks werden Erinnerungen bei den Zuschauern wach, die atemlos dem Spiel auf der Bühne folgen. Die Thriller "Shutter Island" und "The Sixt Sense" lassen grüßen. Was ist noch Realität und was ist schon die in der Fantasie selbst geschaffene Welt? Der Lied-Titel "Nur in meinem Kopf" scheint sich zu bestätigen. Larenz scheint tatsächlich von seiner Not befreit - wenn da nicht der Schlusssatz wäre, der alles in Frage stellt und Zweifel daran aufkommen lässt, ob eine Therapie tatsächlich sinnhaft ist oder ob sie doch nur ein Spielzeug von Therapeuten ist, bei dem es keine Gewähr für einen Erfolg gibt.

Mit viel Beifall bedankte sich das Erkelenzer Publikum bei den Akteuren auf der Bühne für die überzeugende Darbietung des spannenden Stücks. Zu ihnen gehörten neben Gumpert und Esche noch Thomas Linke als knorriger Patrick Halberstaedt, Silvio Hildebrandt als vermeintlich allwissender Klinikchef Professor Malzius und Maxi Rumpf als über die Bühne zwischen den Vorhängen schwebende Josy.

Quelle: RP
 
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