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Erkelenz
Zwei Banken, ein gemeinsamer Weg

Erkelenz: Zwei Banken, ein gemeinsamer Weg
Die Vorstände der beiden Banken (v.l.): Bruno Kasper, Marcel Richter, Walter Steinbusch, Ulrich Lowis und Peter Grefen. Das Quintett spricht derzeit über die Fusion. FOTO: UWE HELDENS
Erkelenz. Beide Banken arbeiten erfolgreich, und doch soll die Fusion her - Raiffeisenbank und VR-Bank rüsten sich für die Zukunft. Von Anke Backhaus

Die Raiffeisenbank Erkelenz und die VR-Bank Rur-Wurm wollen künftig einen gemeinsamen Weg gehen. "Kleine und regionale Banken stehen unter einem zunehmenden Druck. Was aus den Tagen der Bankenkrise resultiert, mündet nun in den schwierigen Rahmenbedingungen, die uns zu diesen Gesprächen bringen", bringt es Walter Steinbusch, Vorstand der Raiffeisenbank, auf den Punkt. Neben Steinbusch sind es sein Kollege Bruno Kasper sowie die Vorstände der VR-Bank, Ulrich Lowis, Peter Grefen und Marcel Richter, die die Fusion der beiden Banken vorbereiten. Das letzte Wort haben allerdings die Mitglieder, die über die Fusion im Mai 2016 bei der General- und Vertreterversammlung abstimmen und entscheiden werden.

Die Ursachen für die Aufnahme der Gespräche, die seit rund einem Monat laufen, liegen laut Walter Steinbusch in den politischen Rahmenbedingungen begründet, "die auch erfolgreiche und kleine Banken in größere Einheiten drängen", so Steinbusch. Und weiter: Verschiedene Trends seien zu nennen, vor allem die Niedrigzinspolitik in Europa, die den Staaten zwar günstige Kredite verschaffe, aber eben die Erträge der Genossenschaftsbanken drücke. Ganz zu schweigen von den bürokratischen Auflagen und Pflichten für alle Geldinstitute durch zunehmende regulatorische Anforderungen, die gerade kleine Häuser überproportional belasten. Steinbusch: "Als verantwortungsvolle Kaufleute wissen wir: Wenn Erträge sinken und Kosten steigen, müssen wir rechtzeitig gegensteuern, um auch in Zukunft auskömmlich zu wirtschaften."

Wie Ulrich Lowis, Vorstand der VR-Bank, sagte, wolle man die Präsenz vor Ort, die Nähe zu den Kunden erhalten. "Es wird eine Bank entstehen, die sich besser auf das laufende Wettbewerbsumfeld einstellen kann. Wir bleiben ein Dienstleister, der den Mehrwert für seine Mitglieder erkennt und Wachstumspotenziale ausschöpft."

Lowis erklärte, dass die derzeit vorhandenen Arbeitsplätze gesichert seien, auch werden alle Geschäftsstellen erhalten bleiben. Als Vorteil werten es beide Banken, immense Kosten beispielsweise künftig im verwalterischen Bereich (Stichwort Revision und Controlling als Beispiel) einsparen zu können.

Angesprochen auf die Zukunft, sagt Walter Steinbusch: "Natürlich haben wir Probleme, langfristig in die Zukunft zu blicken. Wir wissen doch nicht, mit welchen Erfindungen Brüssel noch kommt, die unser Geschäftsmodell, unsere Struktur gefährden könnten. Vielleicht werden wir in fünf, sechs Jahren die Dinge neu bewerten müssen." Damit blickt nicht nur Steinbusch auf "Basel III" - die Vorschriften des Basler Ausschusses der Bank für internationalen Zahlungsausgleich zur Regulierung von Banken: Zusammengefasst sind hier 4001 Vorschriften auf 34.000 Seiten. Lowis meinte dazu: "Man hat festgestellt, dass man zwei Jahre braucht, um im normalen Lesetempo durch diese Vorschriften zu kommen, die unseren Bankalltag belasten."

Quelle: RP
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