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Erkelenz
Zwei Schwestern in Frau Holles Reich

Erkelenz: Zwei Schwestern in Frau Holles Reich
Der Schneemann spielte eine tragende Rolle im vierten Erkelenzer Weihnachtsmärchen. Von der Stadthallenbühne musste er zuweilen in die "Kühltruhe". Die Kinder lauschten hingerissen. FOTO: JÖRG KNAPPE
Erkelenz. Als Erkelenzer Weihnachtsmärchen unterhält in diesem Jahr "Frau Holle" die Kinder und Erwachsenen. Sechs Aufführungen in der Stadthalle voller Zauber und Kurzweil. Die Akteure legen Herzblut in ihr Spiel. Von Nicole Peters

Für das tolle Bühnenbild gab es den ersten spontanen Applaus von den 590 Besuchern. Wahrlich märchenhaft stellte es in detailreicher Weise ein ländliches Szenario mit kleinem Fachwerkhaus, Bäumen, Brunnen und hoher Hauswand dar. Pink, orange, grün oder lila angestrahlt, wirkten die einzelnen Teile noch besser und ergaben ein zauberhaftes Gesamtbild.

Zu aktivem Mittun wie klatschen, winken und trampeln lud Produzent Bernd Roebers die überwiegend sehr jungen Zuschauer in der Stadthalle ein, die im weiteren Verlauf des Märchens "Frau Holle" rege davon Gebrauch machten. Grund zur Freude hatten sie in beiden Akten. Als viertes Erkelenzer Weihnachtsmärchen hatten die Protagonisten die Geschichte von Goldmarie und Pechmarie ausgewählt, die sie recht nah am Original auf die Bühne brachten. Die Fleißige hilft zunächst viel im heimischen Haushalt, bevor sie mit Bravour die Prüfung besteht, um ein Jahr bei Frau Holle mitzutun. Kissen ausschütteln, damit es auf der ganzen Welt schneit, ist ihre Aufgabe. Ihre Mühen belohnt die nette Frau mit weißer Haube und weißen Kleidern großzügig - dann soll sich die faule Schwester in Holles Reich beweisen.

Viele magische Elemente entführten das gespannte Publikum in das Märchenreich. Sich wie von Zauberhand bewegende Requisiten, ein mit funkelnden Sternen beleuchtetes Tor zum Himmelreich sowie allerliebste Märchengestalten trugen das Ihre dazu bei. So ließen die zwei geschminkten Gestalten mit Zylinder die Kinder Rätsel raten, wer sie denn seien - ob Wetter- oder Knallfrösche, sie eroberten die Herzen. Ein trippelnder Schneemann, der mit langem Fernrohr die Gegend absuchte und regelmäßig "in die Kühltruhe" musste, war ebenfalls ein echter Hingucker.

Für das Spiel standen Bauernhof, Fenster, Brunnen oder Holles Schlafzimmer zur Verfügung: Auf relativ kleinem Raum war eine abwechslungsreiche Spielfläche geschaffen worden. Die ruhige Erzähl- und Spielweise sowie lustig und emotionsgeladen agierende Schauspieler präsentierten den Märchenklassiker sehr kindgerecht. Dass das Geschehen bei den Kleinen ankam, bewiesen die vielen Zurufe und Aktionen - sie fieberten regelrecht mit den beiden Schwestern mit. Die Lehre - jeder verdient eine zweite Chance, die er bestenfalls nutzt - dürfte ebenfalls ganz im Sinne der Kleinen gewesen sein. Wer macht schon auf Anhieb alles richtig und verhält sich immer tadellos? Dass Pechmarie zu Beginn damit ziemlich übertrieben hatte, war aber auch klar.

Die Schauspieler legten viel Herzblut in ihr engagiertes Spiel. Sie stammten aus umliegenden Theatervereinen. Sponsoren waren Kreisparkasse Heinsberg, die NEW und Lünemann's Leihwagen - der Erlös der Vorstellungen geht an die "Kinderkrebshilfe Ophoven".

Quelle: RP
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