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Erkelenz
Zwiesprache von Musik und Malerei

Erkelenz: Zwiesprache von Musik und Malerei
Die Malerinnen Gabriele Glang und Catherine Aubelle lassen zu den Klängen des Trios Sonartis (im Hintergrund) im Atelier von Haus Hohenbusch ein großes Gemälde entstehen. FOTO: Jörg Knappe
Erkelenz. Beim ersten KlangKunst Festival in der Region traten bei vier Veranstaltungen an drei Tagen Musik, Erzählkunst und Malerei in den Dialog. Die Zuhörer erlebten vielfältige Eindrücke im historischen Ambiente von Haus Hohenbusch. Von Nicole Peters

Ein Jahr Arbeit, Planen, Organisation und Proben waren dem dreitägigen KlangKunst Festival "Im Dialog" vorausgegangen, in dem die beteiligten Künstlerinnen an Programm und Inhalten gefeilt hatten. Am Abend des dritten Tages wunderte sich Leiterin und Klarinettistin Eva Luise Bolarinwa (geborene Sevenich) bei der Begrüßung im Atelier von Haus Hohenbusch, wie schnell die bisherige Festivalzeit verstrichen war. "Es waren sehr unterschiedliche, gut besuchte Veranstaltungen, die von den Besuchern begeistert aufgenommen wurden", erzählte sie. "KlangKunst für kleine Ohren" am Samstag, die Aktion, bei der Kinder zur Musik von zwei preisgekrönten Musikschülern Bilder gestalteten, sei zauberhaft gewesen. Ebenso der Abend "Zauberklang und Liebesduft" mit dem Trio Sonartis und Märchenerzählerin Christiane Willms.

An Sonntag sollte Kammermusik auf Malerei treffen - Gabriele Glang und Catherine Aubelle wollten vor den Augen des Publikums zur Musik ein Gemälde anfertigen. Eine großformatige Papier-Leinwand wartete auf die gemalten Gefühls-Reaktionen. Das "Trio Sonartis" sollte eigene Stücke und Kompositionen von Gabriel Fauré und Paul Juon zu Gehör bringen. "Prelude in red" hieß der erste vom Kammermusik-Ensemble komponierte Beitrag. Mit nach rechts oben weisenden roten Strichen hielten Glang und Aubelle wiederkehrende Klarinetten-Töne fest oder sie schufen mit violetten kräftigen kürzeren Strichen eine Basis. Mit zunehmendem Aufbau der Melodien entwarfen die Malerinnen einen "Klangteppich" aus Strichen, Bögen, Verwebungen und Schichten. Die Farbe nutzten sie zur Materialisierung der Klänge, die zuvor von den Musikerinnen als Noten gelesen und interpretiert worden waren. Zufällige Änderungen durch Konsistenz von Wasser und Farben in Form von Schlieren kamen ebenso zum vielfältigen Prozess dazu wie die ganz unterschiedliche Wahrnehmung der Zuhörer und Zuschauer.

Den Schlusspunkt an dieser Stelle setzten die Malerinnen mit einer großzügig auf die Leinwand geworfenen Farbmenge, die einen roten, alles überspannenden Bogen bildete. Nach einer musikalischen "Improvisation" der Musikerinnen mit Blick auf das bisherige malerische Produkt folgte zur emotional vorgetragenen, an mancher Stelle experimentell anmutenden Musikdarbietung ein Malschritt nach dem anderen. Kreise und Spiralen kamen ebenso dazu wie blaue, gelbe, weiße und dunkle Akzente. Dabei faszinierten sowohl das gemeinsame Arbeiten der Malerinnen - sonst eher unüblich, da Bilder meist individuell entstehen - als auch die zunehmende Verschmelzung von Musik und Kunst zu einem vielschichtigen Gemälde mit sehr bewegtem Pinselstrich und leuchtender Farbigkeit.

Den Abschluss fanden alle im Satz "Danse phantastique" von Juon - die Musikerinnen mit weiterhin grandiosem Spiel und die Malerinnen mit tänzerischen Armbewegungen sowie Schritten und einem leisen Wischgeräusch des Schabers.

Quelle: RP
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