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Erkrath
Ausstellung: Bunte Tupfer inmitten einer grünen Gartengalerie

Erkrath. Einmal im Jahr für einen einzigen Nachmittag sind die Liebhaber zur Freiluftausstellung "Kunst im Garten" eingeladen. Von Lars Mader

Dort wo man über allem thront- die Silhouette der Landeshauptstadt in der Ferne wähnend und die Irrungen des Neanderthals unter sich - liegt das niederbergische Shangri-La. Durch die kleine Stichstraße Steinkaule kommen Reiter, um zum Pferdehof zu gelangen.

Einmal im Jahr für einen einzigen Nachmittag sind hier die Liebhaber der schönen Muse zur Freiluftausstellung "Kunst im Garten" in der Mehrzahl. Künstlerin Marga Fidelak hat hier jahrelang gewohnt und in ihrem Bauerngarten jährlich einmal ihre Malereien der Öffentlichkeit vorgestellt. Als sie vor vier Jahren gen Düsseldorf zog, zog auch die Tradition der Open Air-Exposition um, und zwar in den benachbarten Märchengarten von Familie Leckenbusch auf jener verträumten Steinkaule. Und inmitten all der Werke steht ein schwedenschöner Landhaustisch samt Streuselkuchen. Fidelak brachte die Begeisterung über diesen wahrgewordenen Idyllevent auf den Punkt: "Das kann gerne noch weiter zur Tradition werden." Zu den an fruchttragenden Apfelbäumchen gelehnten Leinwänden singen Vögel ihr Lied und wiehern Pferde vor Wonne. Doch die fehlenden Galeriewände haben nicht nur befreiende Eigenschaften. Wind und Wetter zwingen die drei beteiligten Künstlerinnen zur Kreativität.

Als Kippschutz hat Fidelak ihre Rahmen mit Pufferpolstern umhüllt. Sollte es wieder einmal aus heiterem Himmel gießen, liegen wie in Wimbledon Plastikplanen zum Abdecken bereit. Auch Uschi Rustler zeigte erneut ihr Schaffen: "Ich male gerne sehr warm, farbig und abstrahierend; man kann immer noch ein bisschen Realität erkennen." Untypisch detailgetreu für ihren Stil fällt sofort das geheimnisvolle Portrait "Frau mit Hut" ins Auge.

Rustler ist vor drei Wochen aus Südtirol zurückgekehrt und hat die dortige für ihre urige Eindrücklichkeit bekannte Architektur in Bilder einfließen lassen; das Schloss Tirol etwa in gewischtem Acryl scheint wie durch einen Schleier betrachtet. Mit dem Farbenspiel hat sie vor zehn Jahren begonnen, nachdem sie die Berufszeit beschlossen hatte. Gerade jetzt zeichnet sich ein spannender Umbruch in Rustlers Werkreife ab: "Ich bin gerade dabei, viele alte Bilder von mir mit neuen Farbschichten zu übermalen. Man entwickelt sich ja und es gibt einige große Bilder, von denen ich sage: das bin nicht mehr ich!" Die dritte Künstlerin im Bunde ist Eva Fieth, deren Figuren das Naturareal regelrecht bevölkerten. Diese Wesen scheinen miteinander verwandt, doch bestehen sie aus unterschiedlichstem Materialien wie gekerbtem Holz, gebranntem Ton oder gar gegossener Bronze.

Die abstrakt gestaltende Marga Fidelak übt sich derweil in ungewohnt raumgreifender Manier. Sie hat sich unlängst zum Ziel gesetzt, doch einmal dominate Flächen in starken Kontrastfarben herzustellen.

Quelle: RP
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