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Erkrath
Bei Comedian Hoëcker dürfen Handys eingeschaltet bleiben

Erkrath. In der ausverkauften Stadthalle gab es für Bernhard Hoëcker, der als letzter Kabarettist der Saison auftrat, einen Klatschmarsch zum Abschied. Von Timo Kremerius

Bernhard Hoëcker ist unter anderem bekannt aus den TV-Formaten "Switch reloaded", "Genial daneben" und "Wer weiß denn sowas". Er wird auch als Philanthrop (griechisch für Menschenfreund) bezeichnet, was er am Samstag dann auch eindrucksvoll dem Publikum demonstrierte. Wird bei Theaterveranstaltungen sonst ausdrücklich dazu aufgefordert, Mobiltelefone abzuschalten, so ist es bei Hoëcker sogar ausdrücklich erwünscht, dies nicht zu tun, weil die Zuschauer während seines Programms "So liegen Sie richtig falsch" per Klick einfache Fragen beantworten sollten.

Hoëcker, der es liebt, mit dem Publikum in Kontakt zu kommen, erfährt dabei sehr viel Neues und auch Interessantes und baut dies gleich, zum Vergnügen des Publikums, in sein Programm ein. Hier zeigt sich sein Improvisationstalent. Gleich zu Beginn fand er beispielsweise heraus, dass 20 Prozent der Menschen im Saal nicht einmal wissen, wo sie eigentlich sind. Sie hatten auf die Frage "Wie gefällt es Ihnen in Erkrath?" mit "Erkrath? Was ist das?" geantwortet. Diese Frage wurde prozentual in anderen Städten genauso beantwortet. Dabei stellt sich natürlich die Frage, ob die Smartphone-Aktion nicht nur ein wenig, sondern sogar ziemlich getürkt war. Das tat der guten Laune aber keinen Abbruch.

Besonders eindrucksvoll waren die Beschreibungen und Verwirrungen für die Bedeutung von Handzeichen in verschiedenen Ländern. Bedeutet bei uns das Formen eines Kreises mit Zeigefinger und Daumen "Alles in Ordnung!", ist es in Brasilien eine echte Beleidigung. Dort bedeutet es nämlich, wonach es aussieht: A....loch. Anhand einiger Situationen mit Beteiligten aus unterschiedlichen Nationen wurde das zur Freude der Zuschauer recht anschaulich erklärt.

Was für Zeichen gilt, das gilt auch für Wörter. Ist das "Public Viewing" bei uns bekannt für Großereignisse, nämliche öffentliches gemeinsames TV-Gucken, so ist das "Public Viewing" in Amerika das öffentlichen Aufbahren Verstorbener zum gemeinsamen Abschiednehmen. Hätte man also beim nächsten großen sportlichen Ereignis in Deutschland zufällig einen Amerikaner zu Gast, wäre er dann sicher doch sehr irritiert, wenn man bunte Mützen und Schals anzöge, um das Event "Public Viewing" zu besuchen. Alles in allem war es ein unterhaltsamer Abend, bei dem man auch noch etwas lernen konnte.

Der Klatschmarsch am Ende der Veranstaltung war dann auch die verdiente Belohnung für eine überzeugende Darbietung, die man als "gutes Unterhaltungshandwerk" bezeichnen könnte.

Quelle: RP
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